Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in den jüngsten russischen Raketenangriffen auf sein Land einen Beweis dafür, dass der Kreml seine Haltung zum Krieg nicht geändert habe. "Fast unmittelbar nach einer neuen Gesprächsrunde hat Russland einen gezielten Angriff gestartet. Das bedeutet, dass es keine wirkliche Änderung in seiner Haltung gegenüber all dem, was geschieht, gegeben hat", erklärte Selenskyj am Donnerstag im Onlinedienst Telegram. Seinen Angaben zufolge wurden bei den Angriffen zwei Menschen getötet, 34 Menschen seien verletzt worden.
Die örtlichen Behörden hatten zuvor eine höhere Zahl an Toten bekannt gegeben. Im nordostukrainischen Sumy wurde nach Behördenangaben in der Nacht ein Mann getötet. In Charkiw wurde demnach eine Frau getötet, zudem starben drei Menschen in Saporischschja und zwei in der Region Donezk.
Die Hauptstadt Kiew wurde ebenfalls angegriffen. Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte in Onlinenetzwerken, dass bei Angriffen 15 Menschen verletzt worden seien. Die U-Bahn-Infrastruktur an einer Brücke sei durch Angriffe beschädigt worden. Dies führte nach Behördenangaben zu Verkehrseinschränkungen.
Klitschkos Angaben zufolge schlugen die ganze Nacht über Raketen in der ukrainischen Hauptstadt ein. Die Bewohner mussten demnach in Schutzräume ausweichen. Die ukrainische Luftwaffe warnte in den frühen Morgenstunden vor "weiteren ballistischen Raketen in Richtung Kiew" und forderte die Bewohner auf, in Schutzräumen zu bleiben.
Derweil wurden auch aus Russland Angriffe gemeldet. Laut dem Verteidigungsministerium wurden 808 ukrainische Drohnen abgeschossen. 163 Drohnen steuerten laut Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin auf die russische Hauptstadt zu. Zwei Menschen wurden demnach verletzt.
Der Gouverneur von Tula erklärte, die russische Luftabwehr habe 70 Drohnen zerstört. In der Region Lipezk wurde nach Angaben des örtlichen Gouverneurs ein Mann verletzt.
US-Präsident Donald Trump hatte sich zuvor nach einem Treffen seines Sondergesandten Steve Witkoff mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zuversichtlich über ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs geäußert.
Witkoff hatte sich am Mittwoch in St. Petersburg mit Putin getroffen, nachdem er tags zuvor in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zusammengekommen war. Nach eigenen Angaben überbrachte er Putin "Ideen" für ein Ende des seit mehr als viereinhalb Jahren andauernden Kriegs.
Moskau zeigte sich anschließend zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit Washington und Kiew bereit. Die von Witkoff übermittelten Vorschläge der Europäer und der Ukraine für eine Friedenslösung bewertete der Kreml aber kritisch. Selenskyj selbst hatte am Mittwoch ein Einfrieren der Frontlinie als einen möglichen ersten Schritt für eine Waffenruhe bezeichnet.
Brennpunkte
Selenskyj: Russische Angriffe zeigen unveränderte Haltung des Kreml zum Krieg
- AFP - 22. Oktober 2026, 10:57 Uhr
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht in den jüngsten russischen Raketenangriffen auf sein Land einen Beweis dafür, dass der Kreml seine Haltung zum Krieg nicht geändert habe.
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