Wirtschaft

Bericht: Bürgergeld-Reform spart nicht die versprochenen Milliarden

  • dts - 22. Oktober 2026, 08:00 Uhr
Bild vergrößern: Bericht: Bürgergeld-Reform spart nicht die versprochenen Milliarden
Bundesagentur für Arbeit (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die seit Juli geltende neue Grundsicherung entlastet den Bundeshaushalt offenbar nicht. Das ergibt eine Auswertung der "Süddeutschen Zeitung" aus den Monatsberichten des Bundesfinanzministeriums.

Die Kosten für die Grundsicherung inklusive Mieten liegen demnach in den Monaten Juli (3,5 Milliarden Euro), August (3,4) und September (3,3) auf dem Niveau der Vorjahresmonate 2025 (Juli: 3,5; August: 3,5; September: 3,4). Geringe Schwankungen zeigen sich auch in den Monaten der ersten Jahreshälfte, als die Reform noch nicht galt.

Im Wahlkampf hatte die Union versprochen, mit einer Reform des Bürgergelds Milliarden Euro zu sparen. Experten sind nicht überrascht, dass das nicht eingetreten ist. "Das Versprechen hat Erwartungen geweckt, die die Reform nicht erfüllen konnte", sagte Andreas Peichl vom Ifo-Institut der "Süddeutschen Zeitung". Das schade am Ende der "Glaubwürdigkeit von Sozialreformen insgesamt".

Die neue Grundsicherung verschärft vor allem die Sanktionen. Um nennenswert Ausgaben zu sparen, müssten mindestens eine Million Langzeitarbeitslose einen Job aufnehmen, sagte Peichl: "Das schafft kein Sanktionsrecht." Denn die meisten Leistungsbeziehenden seien gar nicht arbeitslos, sondern Kinder, Aufstocker, Alleinerziehende oder Menschen in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie Fortbildungen.

Die Ausgaben für die Grundsicherung sinken unabhängig von der Reform seit Längerem leicht, weil mehr ukrainische Flüchtlinge arbeiten und weniger neue Flüchtlinge kommen. Allerdings gehen in der Industrie viele Arbeitsplätze verloren, was die Kosten für die Grundsicherung später wieder steigen lassen kann, warnen Experten.

Weitere Meldungen

Gewerkschaft droht vor Gespräch mit Volkswagen mit massivem Arbeitskampf

Vor einem Gespräch mit dem Volkswagen-Management hat die Gewerkschaft IG Metall dem Autobauer mit Streiks gedroht, sollte diese die Kündigung von Tarifverträgen nicht

Mehr
Baugewerbe verbucht im August sprunghaften Auftragsanstieg um 23 Prozent

Die Unternehmen im Bauhauptgewerbe haben im August einen massiven Auftragszuwachs verbucht. Im Vergleich zum Vormonat nahmen die Aufträge um 23 Prozent zu, wie das Statistische

Mehr
Auftragseingang im Bauhauptgewerbe deutlich gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der preisbereinigte Auftragseingang im Bauhauptgewerbe ist im August 2026 gegenüber Juli 2026 kalender- und saisonbereinigt um 23,0 Prozent

Mehr

Top Meldungen

Politbarometer: Klare Mehrheit gegen Abschaffung der "Rente mit 63"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im aktuellen ZDF-Politbarometer spricht sich eine deutliche Mehrheit gegen die geplante Abschaffung der sogenannten "Rente mit 63" aus. Laut der

Mehr
Bericht: Mercedes-Benz will Zahl der Leiharbeiter reduzieren

Stuttgart (dts Nachrichtenagentur) - Mercedes-Benz will mit seinem Sparprogramm offenbar die Zahl der Leiharbeiter in Deutschland reduzieren. Das berichtet das "Handelsblatt"

Mehr
Krise bei VW: Weitere Gespräche mit IG Metall über Vereinbarung aus 2024

Im Streit um den Sparkurs bei Volkswagen treffen sich am Freitag erneut Vertreterinnen und Vertreter von IG Metall, Betriebsrat und Management zu einem sogenannten

Mehr