Politik

El Niño: Appell der Vereinten Nationen zu gemeinsamen Schutzvorkehrungen

  • AFP - 21. Oktober 2026, 14:15 Uhr
Bild vergrößern: El Niño: Appell der Vereinten Nationen zu gemeinsamen Schutzvorkehrungen
Pressekonferenz in Genf
Bild: AFP

Wegen einer beispiellosen Intensität des gegenwärtigen Klimaphänomens El Niño haben die Vereinten Nationen zu gemeinsamen Schutzvorkehrungen für die am stärksten betroffenen Menschen aufgerufen.

Wegen einer beispiellosen Intensität des gegenwärtigen Klimaphänomens El Niño haben die Vereinten Nationen zu gemeinsamen Schutzvorkehrungen für die am stärksten betroffenen Menschen aufgerufen. "Heute richten wir einen gemeinsamen Appell an die internationale Gemeinschaft, dringend und koordiniert vorausschauend zu handeln", erklärte die Generalsekretärin der Weltmeteorologieorganisation (WMO), Celeste Saulo, am Mittwoch in Genf. "Wir können El Niño nicht aufhalten, aber wir können viele seiner schlimmsten Folgen für die Menschen verhindern."

UN-Nothilfekoordinator Tom Fletcher rief Staaten, Entwicklungsbanken und internationale Finanzinstitute auf, "Finanzierungen unter diesem Gesichtspunkt freizugeben, bevor die Schäden eintreten und nicht danach".

Laut WMO-Chefin Saulo könnte der gegenwärtige El Niño "eine nie da gewesene Intensität" erreichen und dabei "wortwörtlich die Messskalen überschreiten, die wir seit vier Jahrzehnten verwenden".

Bei dem natürlich auftretenden Klimaphänomen erwärmt sich die Wasseroberfläche im östlichen und zentralen Pazifik nahe des Äquators, was weltweit Auswirkungen auf Wind, Luftdruck und Niederschläge hat. In der Folge steigt das Risiko für Wetterextreme. 

Üblicherweise tritt das Phänomen El Niño alle zwei bis sieben Jahre auf und dauert zwischen neun und zwölf Monate an. In Kombination drohen der menschengemachte Klimawandel und El Niño Experten zufolge 2027 zum weltweit heißesten Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen zu machen.

Im zentralen und östlichen Pazifik nahe des Äquators, der Kernregion eines El Niño, stieg die Temperatur der Meeresoberfläche im Zuge des aktuellen El Niño laut WMO-Angaben vom Monatsbeginn von 1,6 Grad über dem Normalwert im Juni auf 2,5 Grad über dem Normalwert im August. Für Oktober, November und Dezember wird dort mit einer Meeresoberflächentemperatur von fast 3,7 Grad über dem Normalwert gerechnet. Seit Beginn der Messungen lag der Rekord bei 2,6 Grad in den Jahren 2015/2016.

Der gegenwärtige El Niño trifft einige Erdregionen bereits hart, darunter Zentralamerika, wo Tiere und Ernten wegen der Dürre zugrunde gehen. Seinen Höhepunkt erreicht ein El Niño in der Regel zwischen November und Februar, der daraus resultierende Temperaturanstieg macht sich typischerweise aber erst später bemerkbar.

Weitere Meldungen

Tausende Schüler und Studenten nehmen an Bildungsprotesten in Griechenland teil

Inspiriert von den Protesten in Frankreich sind in Griechenland mehr als 10.000 Schüler, Studenten, Lehrer und Beamte gegen hohe Lebenshaltungskosten und das marode

Mehr
Frankreich: Gewerkschaft ruft nach erfolglosem Treffen mit Lecornu zu Streiks auf

Die französische Gewerkschaft CGT hat nach einem Treffen mit Premierminister Sébastien Lecornu zu Streiks ab dem 5. November aufgerufen. Die Regierung sei auf die Forderungen

Mehr
Steinmeier besucht Ende Oktober China

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier reist vom 26. bis 31. Oktober zu einem Staatsbesuch nach China. "Der Bundespräsident wird während seiner Reise Gespräche mit der

Mehr

Top Meldungen

Uniper lädt Investoren zu Kapitalmarkttag ein

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Der verstaatlichte Gasimporteur Uniper treibt seine Pläne für eine Reprivatisierung voran. In wenigen Wochen plant Uniper einen

Mehr
Bartsch macht Klingbeil für Tabaksteuer-Panne verantwortlich

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Obmann der Linken im Haushaltsausschuss des Bundestags, Dietmar Bartsch, macht Finanzminister Lars Klingbeil persönlich für die Panne bei

Mehr
EU-Kommission ermittelt gegen Reiseportal Booking

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Kommission hat ein förmliches Verfahren gegen das Reiseportal Booking eingeleitet, um mögliche Verstöße gegen das Gesetz

Mehr