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Ein Jahr nach Juwelendiebstahl im Pariser Louvre Beute weiter unauffindbar

  • AFP - 19. Oktober 2026, 13:51 Uhr
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Von Einbrechern zerschlagenes Fenster des Pariser Louvre
Bild: AFP

Ein Jahr nach dem aufsehenerregenden Juwelendiebstahl im Pariser Louvre hat die Polizei offenbar keine heiße Spur, wo die Beute geblieben ist. Ermittler und Experten für Kunstdiebstähle hoffen, dass die unersetzlichen Schmuckstücke noch im Land sind.

Ein Jahr nach dem aufsehenerregenden Juwelendiebstahl im Pariser Louvre hat die Polizei offenbar weiter keine heiße Spur, wo die Beute geblieben ist. Ermittler und Experten für Kunstdiebstähle, mit denen die Nachrichtenagentur AFP gesprochen hat, sind der Ansicht, die besten Chancen, die materiell und historisch wertvollen Schmuckstücke wiederzufinden, bestünden, wenn die vier festgenommenen mutmaßlichen Diebe keine Komplizen hatten und sie ihre Beute im Großraum Paris versteckt haben.

"Es gab einen kurzen Zeitraum, in dem sie sie in einer Mauer versteckt oder vergraben haben könnten", sagte Christopher Marinello von Art Recovery International, einer privaten Agentur zur Wiederbeschaffung von Kunstgegenständen. 

Bei dem spektakulären Juwelendiebstahl am 19. Oktober 2025 waren vier als Bauarbeiter verkleidete Männer am helllichten Tage mit Hilfe eines Lastenaufzugs in die Apollo-Galerie des Louvre eingedrungen. Sie erbeuteten Diademe, Ketten und weitere Schmuckstücke im Materialwert von 88 Millionen Euro. Der ideelle Verlust der acht Schmuckstücke, darunter die Krone und eine Brosche von Kaiserin Eugénie, Ehefrau von Napoléon III., ist noch größer. 

Die mutmaßlichen Täter wurden binnen zehn Tagen nach der spektakulären Tat festgenommen. Die Beute wurde aber bis heute nicht gefunden. Zuletzt waren die Schmuckstücke aus dem 19. Jahrhundert auf Überwachungskamerabildern eines Kellerverschlags im Pariser Vorort Aubervilliers zu sehen gewesen, aus dem die vier Verdächtigen stammen.

Das 100-köpfige Ermittlerteam, das zur Aufklärung des Juwelendiebstahls eingesetzt wurde, durchsuchte intensiv die Wohnungen der Verdächtigen und ihrer Angehörigen sowie Keller- und Speicherräume und Garagen - ohne Erfolg.

Der auf die Wiedererlangung von Kunstgegenständen spezialisierte niederländische Privatdetektiv Arthur Brand sagte AFP, wenn die Diebe die Kronjuwelen jemandem nur zur Aufbewahrung anvertraut hätten, bestehe immer noch die Chance, dass darüber einer der vier Verdächtigen im Gegenzug für eine Strafmilderung auspacke. 

"Die französische Polizei ist sehr professionell, sie weiß, wie man verhört, sie weiß, wie man Druck ausübt", sagte Brand. "Man braucht nur einen, der redet, und in vielen Fällen redet einer."

Schlechter stehen die Chancen für einen Ermittlungserfolg allerdings, wenn die Diebe im Auftrag der organisierten Kriminalität handelten und ihre Beute bereits ausgehändigt haben. "Die Macht der organisierten Kriminalität besteht nicht nur darin, dass sie Erfahrungen im Verüben von Verbrechen mitbringt, sondern auch darin, dass sie Leute hat, die (gestohlene) Objekte verkaufen können", sagte der Leiter der Abteilung für gestohlene Kunstgegenstände der internationalen Polizeiorganisation Interpol, Corrado Catesi.

Zwei der Verdächtigen haben in der Haft ausgesagt, dass der Anführer einer Bande in den Diebstahl verwickelt gewesen sei. Bei Ermittlern stoßen diese Aussagen aber auf Skepsis, wie AFP kürzlich aus Ermittlungskreisen erfuhr.

Das schlimmste Szenario in dem Fall ist, dass die Juwelen außer Landes gebracht wurden oder über einen lokalen Kontakt in den Edelsteinhandel gelangt sind. Die Kronjuwelen bestünden hauptsächlich aus Diamanten, die zum Weiterverkauf auf dem legalen Markt herausgebrochen und neu zurechtgeschnitten werden müssten, führte Brand aus. 

"Wenn sie irgendwo landen, dann in Antwerpen", fügte er mit Blick auf die belgische Diamanten-Hochburg hinzu. Interpol-Experte Marinello listet aber auch die israelische Metropole Tel Aviv sowie Indien als mögliche Zielorte auf. Er verweist auf die Auswertung von Ermittlungen in aller Welt, wonach es "bis zu 40 Jahre" dauert, bis gestohlene Kunstgegenstände wiedergefunden werden.

Der Einbruch im Louvre hatte weltweit für Schlagzeilen gesorgt und erhebliche Sicherheitsmängel in dem berühmten Museum offenbart, das mit Kunstwerken wie der Mona Lisa von Leonardo da Vinci jährlich rund neun Millionen Besucherinnen und Besucher anzieht. Die vielfach kritisierte Museumsdirektorin Laurence des Cars wurde entlassen.

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