Finanzen

Schnitzer warnt vor Tankrabatt und Preisdeckel

  • dts - 16. September 2026, 06:20 Uhr
Bild vergrößern: Schnitzer warnt vor Tankrabatt und Preisdeckel
Monika Schnitzer (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Chefin der Wirtschaftsweisen, Monika Schnitzer, warnt vor Spritpreis-Hilfen, die die Bundesregierung diskutiert. Ein erneuter Tankrabatt oder pauschale Preisdeckel wären aus ökonomischer Sicht der falsche Weg, weil sie das Knappheitssignal hoher Ölpreise abschwächen und den Staat viel Geld kosten können, sagte Schnitzer der "Rheinischen Post".

Auch eine "Übergewinnsteuer" sei kein einfacher Ausweg: Übergewinne seien schwer sauber abzugrenzen, und eine schlecht ausgestaltete Steuer könne Investitionsanreize beeinträchtigen. Die geopolitische Lage habe sich in den vergangenen Tagen noch einmal verschärft, sodass die Unsicherheit und Knappheit am Ölmarkt hoch bleiben dürften, so Schnitzer. Keine der derzeit diskutierten Maßnahmen ändere etwas an diesem grundlegenden Problem.

Auch von einer Senkung der Mehrwertsteuer hält die Münchner Ökonomin wenig. Die Idee, zusätzliche Mehrwertsteuereinnahmen zurückzugeben, sei fiskalisch weniger problematisch als ein Tankrabatt, sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Staat insgesamt kein großer Gewinner hoher Energiepreise sei.

Schnitzer mahnte: "Wir befinden uns in einer Krise, deren wirtschaftliche Belastungen sich nicht vollständig wegsubventionieren lassen. Entscheidend ist deshalb, kurzfristig mit diesen höheren Preisen umzugehen und uns zugleich strukturell unabhängiger von Öl- und Gasimporten und geopolitischen Risiken zu machen. Auch der Blick auf unsere Nachbarländer zeigt, dass breite Entlastungsmaßnahmen keineswegs der Regelfall sind und einzelne Länder wie Polen ihre temporären Maßnahmen inzwischen wieder auslaufen lassen."

Weitere Meldungen

DIW befürwortet Energiekostenpauschale für alle

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte um eine Abfederung der hohen Spritpreise bringt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel

Mehr
Netzagentur: "Übergewinnsteuer" brachte bislang 900 Millionen Euro

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Debatte um die erneute Einführung einer sogenannten "Übergewinnsteuer" nennt die Bundesnetzagentur Zahlen zur Wirkung dieser Maßnahme

Mehr
Grüne wollen Energiepauschale von bis zu 250 Euro pro Kopf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Grünen fordern zur Bekämpfung der steigenden Energiepreise eine Energiepauschale von bis zu 250 Euro pro Kopf. Das ergibt sich aus einem

Mehr

Top Meldungen

Bundesverwaltungsgericht prüft Klage von Ostseegemeinde Binz gegen LNG-Terminal

Das umstrittene Flüssiggas-Terminal vor Rügen beschäftigt am Mittwoch (11.00 Uhr) erneut das Bundesverwaltungsgericht. Es verhandelt in Leipzig über eine Klage der Gemeinde

Mehr
Auswertung: Hohe Spritpreise steigern Attraktivität von E-Autos

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Wegen der hohen Spritpreise lohnt sich das Fahren eines Elektroautos im Vergleich zu einem Verbrenner derzeit so stark wie nie. Wer einen Wagen

Mehr
Verbraucherschützer wollen gezielte Entlastungen statt Tankrabatt

Osnabrück (dts Nachrichtenagentur) - Mit Blick auf die hohen Energiekosten fordern Verbraucherschützer gezielte Hilfen für bedürftige Haushalte anstelle eines neuen

Mehr