Politik

Merz will seinen Regierungsstil ändern - "Aufgeben ist für mich keine Option"

  • AFP - 7. September 2026, 14:37 Uhr
Bild vergrößern: Merz will seinen Regierungsstil ändern - Aufgeben ist für mich keine Option
Kanzler Merz
Bild: AFP

Bundeskanzler Merz (CDU) will nach der schweren Niederlage seiner Partei in Sachsen-Anhalt seinen Regierungsstil verbessern. 'Wir müssen versuchen - ich selbst auch - die Menschen auch in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen', sagte er.

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) will nach der schweren Wahlniederlage in Sachsen-Anhalt seinen Regierungsstil verbessern. "Wir müssen versuchen - ich selbst auch - die Menschen in ihrer ganzen Emotionalität stärker zu erreichen", sagte der CDU-Vorsitzende am Montag nach den Gremiensitzungen seiner Partei in Berlin. "Aufgeben ist für mich keine Option", fügte der Kanzler hinzu. "Ich bin für vier Jahre gewählt", betonte er. "Aber wir müssen diese Zeit auch nutzen - wir müssen sie auch besser nutzen."

Er suche aber nach Wegen, wie die Regierung besser werden kann - "und das ist nicht nur eine Frage von rationalem Politikverständnis, sondern es ist auch eine Frage der Zuwendung, der Empathie, der Emotionen", sagte Merz. Der Kanzler räumte ein, er gehöre zu "jenen, die nicht jeden Tag Emotionen vor sich her tragen". Er wolle der Bevölkerung aber Antworten bieten: "Sie will vor allen Dingen wissen, warum wir das alles machen", sagte Merz.

Über die Konsequenzen aus der Wahl in Sachsen-Anhalt werde er mit dem Koalitionspartner SPD sprechen, kündigte Merz an. Dabei solle es auch um das Vorhaben gehen, im Zuge der Rentenreform den früheren Renteneintritt für langjährig Versicherte abzuschaffen. Es stelle sich die Frage: "Wie gehen wir mit der Lebensbiografie langjährig Versicherter um, die jetzt einfach berechtigte Sorge um die Frage haben, ob sie zum Beispiel nach 45 Jahren in die Rente gehen dürfen oder nicht", sagte Merz. 

Er ließ dabei offen, ob er Änderungen an den Reformplänen anvisiere. Merz mahnte aber: "Gleichzeitig sollten wir nicht den Eindruck erwecken, als ob wir uns durch dieses Wahlergebnis von gestern jetzt von der grundsätzlichen Richtigkeit der notwendigen Reform abbringen lassen."

Der CDU-Chef räumte ein, dass das Erstarken der AfD die bisherigen Volksparteien CDU und SPD gefährde. "Beide Volksparteien sind ernsthaft in Gefahr", sagte er. Die Gründe für den massiven Absturz der CDU in Sachsen-Anhalt suche er auch bei sich selbst. "Ich suche sie bei mir", betonte Merz. "Was ist da sozusagen an Enttäuschungen vorhanden, die zu einem solchen Wählerverhalten geführt haben?" Dabei sei er aber "mit diesen Überlegungen noch nicht zu Ende", räumte Merz ein.

Weitere Meldungen

Bas kündigt nach Landtagswahl Konsequenzen an: "Ein 'Weiter so' geht nicht"

SPD-Chefin Bärbel Bas hat nach der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt inhaltliche Konsequenzen angekündigt. "Ich finde, ein 'Weiter so' geht nicht", sagte Bas am Montag in Berlin.

Mehr
Merz warnt AfD vor Grundgesetzverstößen nach Regierungsübernahme

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die AfD scharf ermahnt, sich bei einer Übernahme der Regierung in Sachsen-Anhalt an die Vorgaben des Grundgesetzes zu halten. "Wenn dort

Mehr
Von der Leyen kündigt Investitionspaket in Höhe von 200 Millionen Euro für Grönland an

Die EU hat ein Investitionspaket für Grönland in Höhe von 200 Millionen Euro für dieses und das nächste Jahr angekündigt. Das sogenannte EU-Grönland-Partnerschaftspaket

Mehr

Top Meldungen

BSW-Spitzenkandidat skizziert mögliche Zusammenarbeit mit AfD

Magdeburg (dts Nachrichtenagentur) - Der Spitzenkandidat des BSW in Sachsen-Anhalt, Thomas Schulze, hat erste Möglichkeiten einer Zusammenarbeit mit der AfD skizziert. Vor allem

Mehr
Volkswagen will Werk in Osnabrück verkaufen

Osnabrück (dts Nachrichtenagentur) - Das Volkswagen-Werk in Osnabrück soll verkauft werden. Man habe sich am Montag mit dem Land Niedersachsen und Aurelius Capital über den

Mehr
Industrieproduktion im Juli deutlich gesunken

Dämpfer nach zuletzt guten konjunkturellen Vorzeichen: Die Industrieproduktion ist im Juli deutlich zurückgegangen. Die Herstellung in den Unternehmen lag 2,2 Prozent unterhalb

Mehr