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Schwesig lehnt Rente mit 70 ab

  • dts - 3. September 2026, 05:00 Uhr
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Strand (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Schwerin (dts Nachrichtenagentur) - Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin Manuela Schwesig hat sich gegen die Pläne der Koalition gewandt, das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln und auf bis zu 70 Jahre steigen zu lassen. Auf die Frage, ob sie diesen in der Rentenreform angelegten Pfad unterstütze, sagte "Welt TV": "Nicht wirklich."

"Ich würde stärker die Rentenreform nach Beitragsjahren ausrichten. Ich finde, es muss einen Unterschied machen, ob jemand angefangen hat, mit 16 zu arbeiten oder mit 26", sagte sie weiter. Auf die Nachfrage, ob sie ein Renteneintrittsalter nach Lebenserwartung für den falschen Weg halte, sagte Schwesig: "Ich würde eher danach gehen, wie die Beitragsjahre sind. Diesen Teil sehe ich extrem kritisch."

Sie selbst habe das Thema als Erste öffentlich gemacht, "weil ich die Lage vor Ort kenne". Mittlerweile hätten sich sieben Ministerpräsidenten aus Ost und West sowie aus SPD und CDU dieser Kritik angeschlossen, so Schwesig.

Scharfe Kritik übte Schwesig zudem am Vorgehen des Bundeskanzlers bei der Rentenreform. "Ich erwarte, dass miteinander geredet wird und dass man dann gemeinsam Entscheidungen trifft. Und so wie der Kanzler sich das vorstellt, Basta-Politik, hier wird alles eins zu eins umgesetzt, ohne dass mit uns geredet wurde, das wird nicht funktionieren", sagte sie. Sie verwies zudem auf eine Mehrheitsablehnung der Reform in der Bevölkerung: "Wenn 81 Prozent der Menschen in Deutschland die Sozialreform, so wie sie jetzt vorgeschlagen sind, als ungerecht empfinden und der Kanzler nur noch über ganz wenig Zustimmung verfügen, muss er sich selbst kritisch fragen, ob das der richtige Weg ist, wie er das macht", so Schwesig.

Zugleich verneinte Schwesig die Frage, ob sie ein Spitzenamt in der Bundes-SPD anstrebe. "Das strebe ich nicht an. Ich habe mich für MV entschieden und kandidiere als Ministerpräsidentin", sagte sie. Auf erneute Nachfrage stellte sie klar: "Für die nächsten fünf Jahre nein."

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