Brennpunkte

Innenministerium: Kritische Infrastruktur stark gefährdet

  • dts - 3. September 2026, 07:09 Uhr
Bild vergrößern: Innenministerium: Kritische Infrastruktur stark gefährdet
Sicherheitszaun an einer Stromanlage (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach den mutmaßlichen Sabotageakten an Energieanlagen in Brandenburg und Nordrhein-Westfalen sieht das Bundesinnenministerium kritische Infrastruktur in Deutschland grundsätzlich stark gefährdet. Aufgrund ihrer Bedeutung für die Gesellschaft unterliege kritische Infrastrukturen einer hohen abstrakten Gefährdung, sagte ein Sprecher des Ministeriums dem "Handelsblatt".

Die Verantwortung für die Sicherung der Anlagen liege vor allem bei den Unternehmen. Zwar arbeiteten Staat und Wirtschaft beim Schutz kritischer Infrastruktur eng zusammen. Grundsätzlich seien jedoch die Betreiber für den Schutz ihrer jeweiligen Einrichtungen verantwortlich, sagte der Sprecher. Die Sicherheitsbehörden des Bundes unterstützten die Unternehmen dabei.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz informiere mögliche Betroffene unter anderem mit Sicherheitshinweisen für die Wirtschaft. Hinzu kämen regelmäßige Sicherheitsbriefings und Gespräche mit einzelnen Branchen. Dabei stellten die Behörden auch die aktuelle Gefährdung durch Sabotage dar.

Konkrete Vorgaben für Betreiber stehen allerdings noch aus. Das im März 2026 in Kraft getretene Kritis-Dachgesetz legt erstmals bundesweit und branchenübergreifend Mindestanforderungen für den physischen Schutz kritischer Infrastruktur fest. Die dafür notwendigen Rechtsverordnungen hat die Bundesregierung bislang nicht vorgelegt. Einen Zeitplan nannte das Innenministerium auf Nachfrage nicht. Die Bundesregierung arbeite mit Hochdruck an der Umsetzung des Kritis-Dachgesetzes, erklärte der Sprecher.

Weitere Meldungen

Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Sabotage an Stromnetz

Gegen den Tatverdächtigen der Anschläge auf die Stromversorgung ermittelt nun die Bundesanwaltschaft. Wegen der besonderen Bedeutung des Falls übernahm die Karlsruher Behörde

Mehr
Amnesty wirft Russland Menschenhandel bei Rekrutierung von Ausländern für Ukraine-Krieg vor

Russland rekrutiert nach Angaben von Amnesty International mit Täuschung, Zwang und Ausbeutung Menschen aus dem Ausland für seine Streitkräfte und schickt sie in den Krieg

Mehr
25 Tote bei Feuer auf Frachter in chinesischem Hafen

Bei einem Brand auf einem Frachtschiff in einem Hafen der ostchinesischen Stadt Qingdao sind 25 Menschen ums Leben gekommen. "Alle 25 Vermissten wurden gefunden, keiner von ihnen

Mehr

Top Meldungen

CO2-Grenzausgleich: Umweltbundesamt soll 40 neue Stellen erhalten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Umweltbundesamt (UBA) soll im Bundeshaushalt 2027 insgesamt 40 neue Stellen erhalten. Das berichtet der Newsletter "Energie und Klima" des

Mehr
EZB erhöht Leitzins auf 2,5 Prozent

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihren Leitzins erhöht. Das teilte die Notenbank am Donnerstag nach ihrer Ratssitzung in

Mehr
Berger-Studie bescheinigt Europas Wirtschaft gute Zukunft

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Unternehmensberatung Roland Berger räumt Europa Chancen ein, in relevanten Wachstumsbranchen eine führende Position behaupten oder

Mehr