Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Die hohen Bewertungen von KI-Unternehmen könnten nach Einschätzung des DWS-Chefs Stefan Hoops zu größeren Verlusten bei einzelnen Aktien führen. "Es ist schwer vorstellbar, dass alle in dieser KI-Wertschöpfungskette gewinnen können", sagte Hoops der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".
Auf Sicht von zwölf Monaten werde sich zeigen, wer zu den Gewinnern und Verlierern gehöre. Auch einen Rückgang des Aktienmarkts um zehn Prozent hält Hoops für möglich. Eine Vertrauenskrise wie in der Finanzkrise erwartet er jedoch nicht. Die Banken seien heute deutlich stabiler, zudem gebe es keine vergleichbare Überschuldung des Privatsektors. Die hohe Staatsverschuldung bleibe ein mittel- bis langfristiges Problem.
Für Deutschland zeigte sich Hoops trotz der verbreiteten schlechten Stimmung zuversichtlich. Wachstum, deutlich gestiegene Auftragseingänge, mehr Neugründungen und ein Dax auf Höchststand sprächen für eine bessere wirtschaftliche Lage. Nun müssten Bürokratie abgebaut, der Arbeitsmarkt flexibilisiert und die Rente reformiert werden. Deutschland solle sich bei KI stärker auf industrielle Anwendungen konzentrieren.
Zur bevorstehenden Wahl in Sachsen-Anhalt sagte Hoops: "Natürlich erkenne ich an, dass die AfD ein Problem darstellt. Mit verkürzten, vereinfachten Botschaften Menschen auf die eigene Seite zu ziehen ist unverantwortliche Politik. Ich frage mich nur, ob bei der Fülle der Herausforderungen Sachsen-Anhalt ein Thema ist, das so viel Zeit beanspruchen sollte. Das ist wichtig, das verstehe ich. Aber ist das unser größtes Problem?"
Finanzen
DWS-Chef: KI-Aktien könnten stärker schwanken
- dts - 3. September 2026, 06:22 Uhr
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