Technologie

Umfrage: Zwei Drittel sehen zu viel Einfluss von US-Tech-Konzernen

  • dts - 8. August 2026
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Junge Frau mit Smartphone (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Skepsis gegenüber den großen US-Technologiekonzernen ist in Deutschland weitverbreitet. Zwei Drittel der Bundesbürger sind der Auffassung, dass Unternehmen wie Amazon, Google, Meta, Apple, SpaceX oder OpenAI inzwischen zu viel Einfluss in Deutschland besitzen. Das ergibt eine YouGov-Umfrage für die "Welt am Sonntag".

66 Prozent der Befragten vertreten diese Ansicht, lediglich 18 Prozent widersprechen. 17 Prozent äußern sich unentschlossen. Für die Erhebung befragte das Meinungsforschungsinstitut zwischen dem 10. und 13. Juli 2026 insgesamt 2.411 Personen.

Besonders ausgeprägt ist die Kritik unter Anhängern der Grünen. Unter ihren Wählern sagen 85 Prozent, die US-Technologiekonzerne hätten inzwischen zu viel Einfluss. Unter den Unterstützern der Linkspartei sind es 77 Prozent. Auch bei SPD- und Unionswählern ist die Skepsis mit 74 und 72 Prozent deutlich überdurchschnittlich. Zurückhaltender äußern sich AfD-Anhänger: In dieser Gruppe stimmt weniger als die Hälfte (47 Prozent) der Aussage zu, während 34 Prozent den Einfluss der US-Tech-Unternehmen nicht für übermäßig halten.

Ältere Menschen zeigen sich dabei besonders kritisch. Während unter den 18- bis 29-Jährigen 60 Prozent von einem zu großen Einfluss sprechen, steigt dieser Wert bei den über 60-Jährigen auf mehr als 70 Prozent. Auch mit dem Bildungsgrad wächst die Skepsis: Unter Befragten mit hohem Bildungsstand sehen 73 Prozent zu viel Macht bei den Tech-Riesen, in der Gruppe mit niedrigem Bildungsniveau 58 Prozent.

Gefragt nach den Gründen für ihre Einschätzung wird vor allem die Sorge vor einer wachsenden Abhängigkeit Deutschlands von den Vereinigten Staaten genannt. 63 Prozent derjenigen, die den Einfluss der Unternehmen kritisch sehen, führen dies als Argument an. Fast ebenso viele, 59 Prozent, werfen den Technologiekonzernen vor, monopolartige Strukturen aufgebaut zu haben. 55 Prozent befürchten zudem Gefahren für Datenschutz und Privatsphäre.

Eine weitere zentrale Sorge betrifft den Einfluss digitaler Plattformen auf die öffentliche Debatte. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) der Kritiker ist überzeugt, dass die Unternehmen durch den Einsatz von Algorithmen die öffentliche Meinungsbildung beeinflussen. Drei von zehn Befragten sehen darüber hinaus die Gefahr, dass die Konzerne politische Entscheidungen oder Gesetzgebungsprozesse in Deutschland beeinflussen könnten.

Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz löst ebenfalls Vorbehalte aus, steht aber nicht im Mittelpunkt der Kritik. Ein Viertel der Befragten, die den Einfluss der Konzerne für zu groß halten, befürchtet Nachteile für Beschäftigte und den Verlust von Arbeitsplätzen durch KI-Anwendungen. 22 Prozent sehen die Gefahr wachsender sozialer Ungleichheit.

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