Die Niederlande und Spanien haben Kandidaten für die Nachfolge von Christine Lagarde an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Rennen geschickt. Der niederländische Kandidat Klaas Knot war bis Mitte vergangenen Jahres Chef der Zentralbank seines Landes. Der Spanier Pablo Hernández de Cos ist derzeit Chef der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ). Beide galten schon vor der offiziellen Bekanntmachung der Kandidaten am Freitag als aussichtsreichste Anwärter für das Amt an der EZB-Spitze.
Knot stand der niederländischen Zentralbank 14 Jahre lang vor, in diese Zeit fiel ein Teil der europäischen Reaktion auf die Eurokrise und die Corona-Pandemie. Als Mitglieder des EZB-Rats sind die Chefs der nationalen Zentralbanken an den Zinsentscheidungen der EZB beteiligt. Von 2021 bis 2025 hatte Knot außerdem den Vorsitz des Finanzstabilitätsrats der G20-Staaten inne.
Hernández de Cos war seinerseits von 2018 bis 2024 Chef der spanischen Zentralbank. Sein Amt an der Spitze der BIZ hat der Spanier seit Juli 2025 inne. Sollte er zur EZB nach Frankfurt wechseln, müsste sein Posten neu besetzt werden.
Die derzeitige EZB-Chefin Lagarde hatte in der vergangenen Woche angekündigt, zum 7. Februar vorzeitig von ihrem Posten zurückzutreten. Ihr Schritt war wegen der französischen Präsidentschaftswahlen im April und Mai erwartet worden: Frankreich hat als zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone erhebliches Gewicht bei der Entscheidung über ihre Nachfolge - und der Wahlkampf in dem Land wird von euroskeptischen Kandidaten der Rechts- und Linkspopulisten dominiert.
Am Montag beraten erstmals die Finanzminister der 21 Euro-Länder über Lagardes Nachfolge. Eine Entscheidung wird dann noch nicht erwartet. Die Finanzminister wollen sich in den kommenden Wochen aber auf einen Kandidaten einigen und eine offizielle Empfehlung aussprechen.
Auf dieser Grundlage entscheiden dann die Staats- und Regierungschefs der EU. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zufolge soll die Entscheidung noch in diesem Jahr fallen. In diesem Zuge könnten die EU-Länder auch über die Besetzung zweier weiterer Posten innerhalb des EZB-Direktoriums beraten.
Wirtschaft
EZB-Spitze: Niederlande und Spanien stellen Kandidaten für Lagarde-Nachfolge auf
- AFP - 6. November 2026, 17:35 Uhr
Die Niederlande und Spanien haben Kandidaten für die Nachfolge von Christine Lagarde an der Spitze der Europäischen Zentralbank (EZB) ins Rennen geschickt.
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