Der iranische Exil-Oppositionelle und Schah-Sohn Reza Pahlavi hat in Frankfurt am Main den Friedenspreis der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung erhalten. Er behalte diesen Preis nur "vorübergehend treuhänderisch" und werde ihn "eines Tages" in die Hände des iranischen Volkes legen, sagte er am Samstag. "Und zwar nicht auf fremdem Boden, sondern in unserer Hauptstadt Teheran." Tausende gingen für Pahlavi auf die Straße, zugleich gab es Gegenproteste.
Pahlavi ist nicht unumstritten und die iranische Opposition ist tief gespalten. Einige Gegner der Islamischen Republik stellen sich hinter den 65-Jährigen, andere kritisieren ihn unter anderem wegen seiner Unterstützung Israels. Zudem distanzierte er sich nie von der autokratischen Herrschaft seines Vaters, der sich mithilfe einer brutalen Geheimpolizei an der Macht hielt.
Folglich gab es am Samstag in Frankfurt sowohl Demonstrationen für Pahlavi als auch Proteste gegen die Auszeichnung. An einer Unterstützer-Demonstration beteiligten sich rund 25.000 Menschen, wie die Polizei mitteilte. Den Angaben zufolge verlief alles "weitestgehend störungsfrei".
Es gab allerdings mindestens eine Festnahme. Wie die Frankfurter Polizei mitteilte, gab es zu dem Verdächtigen einen "Hinweis auf einen Livestream", in dem dieser Straftaten angekündigt haben soll. Entlang einer Demonstrationsroute durch die Stadt kam es zu Einschränkungen des Verkehrs. Schon im Vorfeld hatte die Polizei erklärt, sie rechne mit "mehreren zehntausend Teilnehmenden" an den verschiedenen Versammlungen mit "teils unterschiedlichen politischen Positionen".
Am Nachmittag zog die Polizei dann Bilanz zu den weitgehend beendeten Demonstrationen: Durch ein umfangreiches Sicherheitskonzept und Einsatzkräfte in ganz Frankfurt am Main sei es gelungen, den "sicheren Verlauf der Preisverleihung in der Paulskirche" und auch die Teilnahme Pahlavis an der Unterstützer-Demo zu gewährleisten. Demnach hielt Pahlavi bei der Versammlung im Ostpark eine Rede und reiste anschließend ab.
Die Gesellschaft der Deutsch-Iraner in Hessen bezeichnete die Preisverleihung an den Schah-Sohn als "Skandal" und "Beleidigung des iranischen Volkes" sowie aller Menschen, "die für die Freiheit im Iran kämpfen". Pahlavi sei eine spaltende Figur und rühme sich der Verbrechen seines Vaters, sagte die Sprecherin Sahar Sanaie der Nachrichtenagentur AFP.
Politik
Freiheitspreis für Schah-Sohn: Unterstützer und Gegner demonstrieren in Frankfurt
- AFP - 7. November 2026, 18:50 Uhr
Der iranische Exil-Oppositionelle und Schah-Sohn Reza Pahlavi hat in Frankfurt am Main den Friedenspreis der FDP-nahen Friedrich-Naumann-Stiftung erhalten. Er behalte diesen Preis nur 'vorübergehend treuhänderisch' und werde ihn 'eines Tages' in die Hände des iranischen Volkes legen, sagte er.
Weitere Meldungen
Papst Leo XIV. hat auf der ersten Station seiner Südamerika-Reise in Uruguay Männer aufgerufen, ihre Ehefrauen mit Respekt zu behandeln. "Liebe Väter und Großväter, behandelt
MehrDie Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) hat ihre Abgrenzung gegenüber Rechtsextremismus und Antisemitismus bekräftigt. Die Kirche halte an ihrer grundsätzlichen Position
MehrUS-Präsident Donald Trump sieht in der Niederlage seiner Republikaner bei den Kongresswahlen "einen riesigen Schritt zurück in der Geschichte" der Vereinigten Staaten. "Amerika
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach Warnungen von Energieökonomen zum vorgezogenen Kohleausstieg im Rheinischen Revier hat der wirtschafts- und energiepolitische Sprecher der
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Vor der dritten Verhandlungsrunde in der Metall- und Elektroindustrie warnt Westmetall-Präsident Arndt Kirchhoff die IG Metall vor einer
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Unionsfraktionschef Thorsten Frei (CDU) erwartet bei den anstehenden Reformen von der Koalition ein höheres Tempo. "Wir müssen jetzt
Mehr














