Gesundheit

UNO warnt vor neuen Epidemien durch mangelnde Impfung bei Kindern

  • AFP - 15. Juli 2026, 13:19 Uhr
Bild vergrößern: UNO warnt vor neuen Epidemien durch mangelnde Impfung bei Kindern
Impfung eines Kindes in Indonesien
Bild: AFP

Die Vereinten Nationen haben vor neuen Epidemien durch mangelnde Impfraten bei Kindern gewarnt. Die Impfraten gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten stiegen zuletzt zwar, lagen 2025 aber immer noch unter dem Niveau von 2019.

Die Vereinten Nationen haben trotz zuletzt leicht gestiegener Impfraten bei Kindern weltweit vor neuen Epidemien gewarnt. Im vergangenen Jahr erhielten 90 Prozent der  Kinder und damit fast 116 Millionen Kinder mindestens eine Dosis eines Impfstoffs gegen Diphtherie, Tetanus und Keuchhusten, wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das UN-Kinderhilfswerk Unicef am Mittwoch mitteilten. 85 Prozent hätten mit drei Impfdosen eine vollständige Immunisierung gegen die drei Krankheiten erhalten. 

Damit stiegen die jeweiligen Impfraten um einen Prozentpunkt gegenüber 2024 und um vier Punkte gegenüber 2021. Sie lagen allerdings einen Prozentpunkt unter dem Niveau von 2019. Im Zuge der Corona-Pandemie war es zu Beeinträchtigungen bei Impfprogrammen gekommen.

Rund 13,5 Millionen Kinder weltweit erhielten den Angaben zufolge im Jahr 2025 in ihrem ersten Lebensjahr keine einzige Impfung. Dies waren 750.000 weniger als im Jahr zuvor und etwa eine Million weniger als 2023.

Die UN-Organisationen warnten zudem vor einer steigenden Zahl von Kindern vor allem in den ärmsten Ländern, die nicht die nötige Zahl an Impfungen für einen vollständigen Schutz gegen eine Krankheit erhielten. 84 Prozent der Kinder erhalten den Angaben zufolge zwar eine erste Impfung gegen Masern, aber nur 77 Prozent eine zweite. Experten zufolge ist eine Impfquote von 95 Prozent in der Gesellschaft nötig, um die Ausbreitung der äußerst ansteckenden Krankheit zu verhindern. 

Die Masernimpfquote hänge von mehreren Faktoren ab, aber "wir gehen davon aus, dass sie in bestimmten Zusammenhängen eindeutig mit Falschinformationen zusammenhängt", sagte Kate O'Brien, Direktorin der Abteilung für Impfprogramme der WHO. Dies sei "sehr besorgniserregend". 57 Länder hätten im vergangenen Jahr 2025 größere Masernausbrüche gemeldet.

Die Welt habe 2025 "eine beispiellose Zahl von Epidemien" erlebt, sagte O'Brien und verwies unter neben den Masern auf Diphtherie- und Choleraausbrüche. Dies sei auch eine Folge von Kürzungen der internationalen Hilfe unter anderem der USA.

Weitere Meldungen

Leck auf Chemietanker: Zahlreiche Arbeiter im Hafen von Antwerpen im Krankenhaus

Nach dem Austritt giftiger Flusssäure auf einem Containerschiff im Hafen von Antwerpen sind zahlreiche Arbeiter im Krankenhaus behandelt worden. 127 Menschen wurden leicht

Mehr
Urteil aus Hessen: Krankenkasse muss für medizinisch nötige Hautstraffung zahlen

Eine Krankenkasse muss laut einem Urteil aus Hessen unter bestimmten Umständen nach einer medizinisch notwendigen Fettabsaugung auch die Kosten für eine anschließende

Mehr
Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit nach Lungen-OP aus Krankenhaus entlassen

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit ist knapp einen Monat nach ihrer Lungentransplantation aus dem Krankenhaus entlassen worden. Das teilte das Königshaus in Oslo am

Mehr

Top Meldungen

Frei will Gehaltsobergrenze für Unterhaltsvorschuss

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) will beim Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende kürzen. Wer mehr als 4.500 bis 5.000 Euro brutto im

Mehr
Kabinett beschließt Finanzplanung für Klima- und Transformationsfonds

Das Kabinett hat die Finanzplanung für den Klima- und Transformationsfonds (KTF) beschlossen, mit dem insbesondere die klimafreundliche Umgestaltung der Wirtschaft finanziert

Mehr
Wildberger will Lkw-Fahrverbote an regionalen Feiertagen abschaffen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU) hat eine Neuregelung der Lkw-Fahrverbote an Feiertagen angekündigt. Diese sollen nur noch an

Mehr