Wirtschaft

Greenpeace: Ölkonzerne steigern "Übergewinne" nach Ende des Tankrabatts stark

  • AFP - 8. Juli 2026, 14:27 Uhr
Bild vergrößern: Greenpeace: Ölkonzerne steigern Übergewinne nach Ende des Tankrabatts stark
Tankstelle in Hannover am 19. April
Bild: AFP

Die Umweltorganisation Greenpeace wirft den Ölkonzernen vor, nach Ende des Tankrabatts ihre 'Übergewinne' deutlich gesteigert zu haben. Seitdem lägen die zusätzlichen Gewinne ihrer Berechnung zufolge mit 10,8 Millionen Euro pro Tag auf einem Höchststand.

Die Umweltorganisation Greenpeace wirft den Ölkonzernen vor, nach dem Auslaufen des Tankrabatts ihre "Übergewinne" deutlich gesteigert zu haben. Seit dem 1. Juli lägen die zusätzlichen Gewinne ihrer Berechnung zufolge bei Benzin mit 10,8 Millionen Euro pro Tag auf einem neuen Höchststand, erklärte die Organisation am Mittwoch. Bei Diesel und Benzin zusammen seien es zwischen dem 1. und 7. Juli jeden Tag durchschnittlich 26,2 Millionen Euro zusätzlich.

Der Energieexperte Steffen Bukold hat den Angaben nach im Auftrag der Umweltschützer die Entwicklung der Sprit- und Ölpreise seit Beginn der israelischen und US-Angriffe auf den Iran untersucht. Der starke Anstieg der Spritpreise in Europa kann demnach nicht nur mit den höheren Rohölpreisen erklärt werden. Die Ölindustrie habe zudem satte Übergewinne eingestrichen.

Zum 1. Juli lief nun die zweimonatige, Tankrabatt genannte Senkung der Steuern auf Kraftstoffe um rund 17 Cent aus. Der Greenpeace-Berechnung zufolge "verstecken" sich hinter den seither wieder gestiegenen Spritpreisen "deutlich ausgeweitete Gewinnmargen". Die Ölkonzerne verdienten demnach in der ersten Juliwoche pro Tag zusätzlich 26,2 Millionen Euro - im Juni seien es 18,3 Millionen Euro täglich gewesen.

"Diese Zahlen zeigen, wie die Ölkonzerne die Bundesregierung an der Zapfsäule vorführt", erklärte die Greenpeace-Mobilitätsexpertin Lena Donat. "Weiter tatenlos daneben zu stehen, untergräbt die gesellschaftliche Akzeptanz von Politik." 

Die Organisation forderte eine Übergewinnsteuer, mit deren Einnahmen Haushalte entlastet und Bahn sowie öffentlicher Nahverkehr gestärkt werden sollen. Der Berechnung zufolge summieren sich die gesammelten Übergewinne auf dem deutschen Tankstellenmarkt seit dem Beginn des Irankriegs auf 3,15 Milliarden Euro. Damit könne der Bund zwei Jahre lang seinen Beitrag zum Deutschlandticket finanzieren.

Nach Angaben des Automobilclubs ADAC sind die Spritpreise an den Tankstellen mit Ende des Tankrabatts deutlich gestiegen. Demnach kostete ein Liter Super E10 zuletzt im bundesweiten Schnitt 2,024 Euro und damit 10,1 Cent mehr als in der Vorwoche. Allerdings entspreche der Preis für Rohöl in etwa dem Niveau vor Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar - damals lag der Preis für ein Liter Super E10 an der Tankstelle allerdings 23,5 Cent niedriger. 

Weitere Meldungen

Deutsche Zentralbankerin Schnabel wechselt von EZB zum Internationalen Währungsfonds

Die deutsche Zentralbankerin Isabel Schnabel tritt von ihrem Posten im Rat der Europäischen Zentralbank (EZB) zurück und übernimmt stattdessen eine zentrale Rolle beim

Mehr
Schädling für die Landwirtschaft: Invasive Zikade erstmals in der EU entdeckt

Sie gilt als ernsthafte Bedrohung für Weinreben, Obstbäume und andere Kulturpflanzen: In der EU ist nach Angaben der ungarischen Behörden erstmals eine Gepunktete

Mehr
Energie, Rente, Tankrabatt: Ökonomen mit Fundamentalkritik an Bundesregierung

Fehlender Weitblick bei Renten und Energie, teure und "kontraproduktive" Maßnahmen wie der Tankrabatt: Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben Fundamentalkritik an

Mehr

Top Meldungen

Allianz-Studie: Hitzewellen im Sommer 2026 kosten Deutschland 25 Milliarden Euro

Die Hitzewellen des vergangenen Sommers kommen die deutsche Wirtschaft teuer zu stehen: Laut einer Studie des Versicherungskonzerns Allianz und des Kreditversicherers Allianz

Mehr
Henkel-Chef mahnt Bundesregierung zu Reformen

Düsseldorf (dts Nachrichtenagentur) - Henkel-Chef Carsten Knobel hat die Bundesregierung zu Reformen aufgerufen. "Wir haben jetzt vier, fünf Jahre ohne Wachstum, das müssen wir

Mehr
Kretschmer ruft CDU zu "alltagsnaher Politik" auf

Dresden (dts Nachrichtenagentur) - Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert, dass seine Partei stärker gegen die steigenden Lebenshaltungskosten vorgeht. "Wir

Mehr