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Von Hanta-Ausbruch betroffenes Kreuzfahrtschiff "Hondius" vor Teneriffa eingetroffen

  • AFP - 10. Mai 2026, 07:42 Uhr
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Die "MV Hondius" vor Teneriffa
Bild: AFP

Das von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff 'Hondius' ist am Hafen Granadilla de Abona auf Teneriffa eingetroffen. Die Passagiere und ein Großteil der Crew werden dort an Land und dann sofort zu Flugzeugen gebracht.

Das von einem tödlichen Hantavirus-Ausbruch betroffene Kreuzfahrtschiff "Hondius" ist am Sonntagmorgen am Hafen Granadilla de Abona auf Teneriffa eingetroffen. Wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP am Sonntagmorgen beobachtete, erreichte die "MV Hondius" die Südküste der spanischen Kanareninsel eskortiert von einem Schiff der Guardia Civil. Daten der Ortungs-Website "Vesselfinder" bestätigten dies. An Bord befinden sich knapp 150 Menschen.

Nach Angaben des niederländischen Schiffseigners Oceanwide Expeditions sollen ab etwa 8.00 Uhr (Ortszeit; 9.00 Uhr MESZ) die Passagiere und ein Teil der Besatzung mit Booten an Land gebracht werden. Nach der Ausschiffung sollten die Betroffenen "unverzüglich zu den ihnen zugewiesenen Flugzeugen gebracht werden", hieß es weiter.

Anschließend werden sie in ihre Heimatländer ausgeflogen. Die meisten Menschen an Bord stammen aus EU-Ländern, Großbritannien und den USA. Auch mehrere Deutsche sind darunter.

Auch wenn keiner der Menschen an Bord derzeit Symptome hat, gelten sie laut WHO aufgrund der langen Inkubationszeit des Hantavirus als "Hochrisikokontakte". Zugleich betont die WHO, dass das Risiko für die Allgemeinbevölkerung "absolut gering" sei. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus schrieb in einem offenen Brief an die Menschen auf Teneriffa mit Blick auf die Corona-Pandemie: "Das ist kein neues Covid."

Auf Drängen der örtlichen Behörden läuft die "Hondius" vorsichtshalber dennoch nicht in den kleinen Industriehafen Granadilla de Abona ein, sondern ankert vor der Insel. Ein Teil der Besatzung soll an Bord bleiben und später mit dem Schiff in die Niederlande fahren. 

WHO-Chef Tedros ist eigens nach Granadilla gereist, um die Evakuierung zu beaufsichtigen. Laut WHO wurde mittlerweile in sechs von acht Verdachtsfällen eine Infektion mit dem Andesvirus bestätigt, dem einzigen Hantavirusstamm, der von Mensch zu Mensch übertragbar ist. Im Rahmen des Ausbruchs sind drei Menschen an dem Virus gestorben, darunter eine Deutsche. Ihre Leiche bleibt auf der Weiterfahrt in die Niederlande an Bord der "Hondius".

Das Schiff war am 1. April in Ushuaia in Argentinien zu einer Atlantik-Kreuzfahrt aufgebrochen. Ein erster Passagier aus den Niederlanden starb nach Angaben von Oceanwide Expeditions am 11. April an Bord. Seine Frau ging am 24. April mit anderen Passagieren auf der Insel St. Helena im Südatlantik von Bord, flog nach Johannesburg und starb dort am 26. April in einem Krankenhaus. Am 2. Mai starb auf dem Schiff eine Passagierin aus Deutschland.

Die WHO vermutet, dass sich der Niederländer mit dem Hantavirus infizierte, bevor er an Bord ging. Nach Angaben des argentinischen Gesundheitsministeriums hatte er mit seiner Frau seit Ende November Argentinien, Chile und Uruguay bereist.

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