Wirtschaft

BMW-Aufsichtsratschef: EU muss Teil der Abmachungen umsetzen

  • dts - 6. Mai 2026, 09:27 Uhr
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BMW-Logo (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

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München (dts Nachrichtenagentur) - Der BMW-Aufsichtsratsvorsitzende Nicolas Peter sieht im Zollstreit mit den USA auch die Europäische Union in der Verantwortung.

"Die EU muss endlich ihren Teil der Abmachungen umsetzen", sagte Peter der Wochenzeitung "Die Zeit". Es gebe zwischen den USA und der EU "viel mehr" Gemeinsamkeiten als die aktuellen öffentlichen Äußerungen vermuten ließen. Deshalb sollten beide Seiten das Handelsabkommen jetzt schnellstmöglich ratifizieren.

US-Präsident Donald Trump hatte am vergangenen Freitag erklärt, seine Regierung werde aus Europa importierte Autos künftig mit 25 Prozent Zoll belegen, statt bislang mit 15 Prozent. Zur Begründung erklärte er, die EU habe ihren Teil des im vergangenen August ausgehandelten Zollabkommens nicht erfüllt.

Die aktuell erhöhten Spritpreise sieht der BMW-Aufsichtsratsvorsitzende nicht als hilfreich in Bezug auf den Durchbruch hin zur Elektromobilität. "Wir sehen nicht, dass die derzeitige Energieknappheit eine nachhaltige Trendwende hin zur Elektromobilität auslöst", so Peter. 2035 werde "gut die Hälfte der Kunden batterieelektrisch fahren wollen", das lasse sich aus der aktuellen Nachfrageentwicklung ableiten. "Aber 100 Prozent werden wir bis dahin nicht erleben, auch bei Weitem keine 90." Ab 2035 dürfte nach dem heute in der EU geltenden Recht kein Verbrenner-Auto mehr zugelassen werden.

BMW wolle zwar "am Ziel der Dekarbonisierung festhalten", bekräftigte Peter. "Aber der Weg dorthin, so wie er geplant ist, wäre zum Schaden Europas." Als Zugeständnis der Industrie schlägt er unter anderem vor, die Nutzung sogenannter Plug-in-Hybride streng zu kontrollieren. Studien zeigen, dass viele Fahrer den E-Antrieb dieser Autos nicht nutzen. "Das ist ein Verhaltensproblem, das eine klimaschonende Technologie in Verruf bringt, die Menschen eigentlich gut an die E-Mobilität heranführen kann", kritisierte Peter. Eine Maßnahme wäre, dass die Autohersteller das Nutzungsverhalten dokumentieren und sogar sanktionieren können: Wenn ein Fahrer seine Batterie nie lädt, könnte die Motorleistung gedrosselt werden, technisch sei das machbar.

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