Wirtschaft

Fratzscher warnt Unternehmer vor Nähe zur AfD

  • dts - 4. April 2026, 11:12 Uhr
Bild vergrößern: Fratzscher warnt Unternehmer vor Nähe zur AfD
Marcel Fratzscher (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher, warnt Firmenchefs davor, sich der AfD anzunähern. "Unternehmer sollten zur AfD bewusst Distanz halten, weil diese Partei nicht nur demokratische Grundwerte angreift, sondern auch ökonomisch gegen die Interessen des Standorts Deutschland arbeitet", sagte Fratzscher dem "Handelsblatt".

Er bezeichnete die AfD als "eine Gefahr für Wirtschaft, Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt". Unternehmen seien auf offene Märkte und verlässliche Regeln angewiesen, die die AfD jedoch "durch Abschottung und rechtspopulistische Spaltung untergraben" wolle.

Fratzscher appellierte an Firmenchefs, nicht nur kurzfristige Eigeninteressen zu verfolgen. "Gerade in Zeiten, in denen demokratische Institutionen unter Druck geraten, braucht es wirtschaftliche Akteure, die Haltung zeigen, Orientierung geben und sich klar gegen Ausgrenzung, Autoritarismus und demokratiefeindliche Kräfte stellen", sagte er.

Knut Bergmann, Leiter des Berliner Büros des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), sieht wachsende Unzufriedenheit als Erklärung für AfD-Sympathien einzelner Unternehmer. "Der Frust ist einfach riesengroß", sagte er dem "Handelsblatt". Viele Betriebe hätten den Eindruck, "dass notwendige Reformen ausbleiben". Eine breite Unterstützung der Wirtschaft für die AfD sieht Bergmann dennoch nicht: "Ich halte das nach wie vor für eine Randerscheinung." Problematisch werde es erst, "wenn die AfD Regierungsverantwortung bekäme oder ihre Positionen von anderen Parteien übernommen würden".

Unternehmen, die der AfD kritisch gegenüberstehen, empfiehlt Bergmann, die Sorgen der Beschäftigten ernst zu nehmen. "Sachliche Argumente ohne erhobenen Zeigefinger sind oft überzeugender als pauschale Warnungen", sagte er.

Weitere Meldungen

IEA-Vorschläge kommen im Wirtschaftsministerium gut an

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im Bundeswirtschaftsministerium (BMWE) kommen die Empfehlungen der Internationalen Energieagentur (IEA) zur Reduzierung des Ölpreisdrucks

Mehr
Wirtschaftsministerium klar gegen staatliche Gas-Reserve

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Bundeswirtschaftsministerium positioniert sich mittlerweile relativ klar gegen den Aufbau einer möglichen staatlichen Gas-Reserve. Laut

Mehr
Arbeitgeber rechnen mit wirtschaftlicher Verschlechterung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Mehrheit der Unternehmen in Deutschland rechnet mit einer weiteren Eintrübung der Konjunktur. 63 Prozent erwarten in den kommenden sechs

Mehr

Top Meldungen

Abgeordneter: Irans Ölexporte von Insel Charg nehmen trotz Krieg zu

Die iranischen Ölexporte von der Ölinsel Charg haben nach offiziellen Angaben trotz des Iran-Kriegs zugenommen. "Nach meinen Besuchen und Treffen auf der Insel Charg muss ich

Mehr
DGB befürwortet Streichung von Mehrwertsteuer auf Lebensmittel

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der aktuellen Debatte um eine Steuerreform spricht sich der DGB für eine Streichung der ermäßigten Mehrwertsteuer aus. "Die ermäßigte

Mehr
Bundeswirtschaftsministerin Reiche lehnt Steuerrabatte auf Sprit ab

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt trotz hoher Kraftstoffpreise Steuerrabatte auf Benzin und Diesel ab. "Das haben wir aktuell nicht vor", sagte Reiche der

Mehr