Brennpunkte

Nach Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt: 467 Anträge auf Entschädigung

  • AFP - 17. März 2026, 13:41 Uhr
Bild vergrößern: Nach Anschlag auf Magdeburger Weihnachtsmarkt: 467 Anträge auf Entschädigung
Gedenken an Opfer in Magdeburg im Dezember 2025
Bild: AFP

Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten sind 467 Anträge auf Entschädigung gestellt worden. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle betreut aktuell 463 Geschädigte, Angehörige, Hinterbliebene oder Nahestehende.

Nach dem Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt mit sechs Toten sind 467 Anträge auf Entschädigung gestellt worden. Das Landesverwaltungsamt Sachsen-Anhalt in Halle betreut aktuell 463 Geschädigte, Angehörige, Hinterbliebene oder Nahestehende, wie es am Dienstag mitteilte. Als Beispiele nannte es psychotherapeutische Hilfe in Traumaambulanzen, medizinische Versorgung, Hilfe bei der beruflichen oder sozialen Reintegration, die Übernahme von Bestattungskosten und Leistungen für Hinterbliebene.

Am 20. Dezember 2024 war ein Mann mit einem Mietwagen über den Weihnachtsmarkt in Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt gerast. Sechs Menschen starben, darunter ein neunjähriger Junge, mehr als 300 Menschen wurden verletzt. Seit November muss sich der mutmaßliche Täter in einem Prozess vor dem Landgericht Magdeburg verantworten.

Mit dem sozialen Entschädigungsrecht sollen Opfer einer Gewalttat im Inland unterstützt werden, damit sie gesundheitliche und wirtschaftliche Folgen besser bewältigen können. Dem Landesverwaltungsamt zufolge wurden bisher 65 Entschädigungsfälle mit Grad der Schädigungsfolgen (GdS) vorläufig anerkannt.

Einmal wurde demnach ein GdS von 50 festgestellt und 64 Mal von 30. Je höher die Zahl ist, desto mehr Entschädigung steht den Betroffenen zu. Bei einem GdS von 30 sind es dem Amt zufolge monatlich 434 Euro. Weitere 62 Anerkennungen auf Entschädigung seien auf dem Weg zu den Betroffenen. In 18 Fällen habe es endgültige Entscheidungen bei vorübergehenden Gesundheitsstörungen ohne GdS-Feststellung gegeben.

Das Amt stehe weiterhin dauerhaft für Hilfe bereit, teilte es mit. Sein Präsident Thomas Pleye erklärte: "Die gesundheitlichen und seelischen Folgen eines solchen Anschlags zeigen sich bei vielen Menschen erst mit zeitlichem Abstand." Das Fallmanagement bleibe ein "dauerhaftes Angebot". Betroffene können den Angaben zufolge über das landeseigene Terminportal unkompliziert ein Beratungsgespräch vereinbaren.

Weitere Meldungen

Trickbetrüger erbeuten 170.000 Euro von 83-Jähriger aus Erfurt

Trickbetrüger haben von einer 83-Jährigen aus Erfurt 170.000 Euro erbeutet. Die Frau aus dem Stadtteil Kerspleben fiel auf die Masche des Schockanrufs herein, wie die Polizei in

Mehr
Nach Todesschüssen von Minneapolis: US-Grenzschützer Bovino geht in Ruhestand

Er galt als einer der Hauptverantwortlichen für das aggressive Vorgehen der US-Einwanderungsbehörde in der Großstadt Minneapolis im Januar, nun geht Grenzschutz-Einsatzleiter

Mehr
Jugendliche auf Toilette vergewaltigt: Ermittlungen gegen 14- und 16-Jährigen

Nach einem mutmaßlichen sexuellen Missbrauch einer Jugendlichen im baden-württembergischen Böblingen ermittelt die Polizei gegen einen 14- und einen 16-Jährigen. Zumindest

Mehr

Top Meldungen

Winkel fordert stärkere Kontrolle des Finanzministers

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts neuer Daten zur Zweckentfremdung des Sondervermögens fordert der Vorsitzende der Jungen Union (JU), Johannes Winkel, den Bundestag zu

Mehr
Regierung will Luftverkehrssteuer in Milliardenumfang senken

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung will zur Jahresmitte die Luftverkehrssteuer senken. Das geht aus einem Referentenentwurf des Bundesfinanzministeriums hervor,

Mehr
Umfrage: Mehrheit will Öl-Embargo gegen Russland beibehalten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In Deutschland sind 36 Prozent der Bürger dafür, den Handel mit russischem Öl grundsätzlich wieder zuzulassen. Eine Mehrheit von 61 Prozent

Mehr