Brennpunkte

Gutachten: Berliner Partizipationsgesetz teils verfassungswidrig

  • dts - 16. März 2026, 06:30 Uhr
Bild vergrößern: Gutachten: Berliner Partizipationsgesetz teils verfassungswidrig
Rotes Rathaus (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Das Berliner "Gesetz zur Förderung der Partizipation in der Migrationsgesellschaft", kurz Partizipationsgesetz, könnte in Teilen gegen das Grundgesetz verstoßen. Das ergab laut "Spiegel" ein von der Berliner Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) bei einer Anwaltskanzlei beauftragtes Rechtsgutachten.

Im Berliner Partizipationsgesetz heißt es, dass bei der Stellensuche im öffentlichen Dienst "mindestens so viele Personen mit Migrationshintergrund zu Auswahlgesprächen einzuladen" sind, "wie es ihrem Anteil an der Berliner Bevölkerung entspricht". Aktuell sind das etwas mehr als 40 Prozent. Zudem steht in dem Gesetz, dass Menschen mit Migrationshintergrund, die für die Stelle die gleichen Eignungen und Qualifikationen wie Mitbewerber haben, gezielt geworben und "bei Einstellungen in besonderem Maße" berücksichtigt werden sollen.

Das bei einer externen Kanzlei eingeholte Rechtsgutachten kommt zu dem Ergebnis, dass das Partizipationsgesetz zumindest bei wortlautgetreuer Anwendung verfassungswidrig sei. Im Grundgesetz ist verankert, dass im öffentlichen Dienst einerseits die besten Bewerberinnen und Bewerber nach Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung für eine Stelle ausgewählt werden müssen, die sogenannte Bestenauslese. Andererseits darf niemand wegen Merkmalen wie dem Geschlecht, der Herkunft oder der Ethnie benachteiligt, aber eben auch nicht bevorzugt werden.

Justizsenatorin Badenberg, die im Iran geboren wurde, sagte dem "Spiegel", dass sie das Ziel, Integration zu fördern und Teilhabe zu ermöglichen, unterstütze. "Gerade weil ich selbst eine Migrationsgeschichte habe, weiß ich, wie wichtig Zugehörigkeit und faire Chancen sind", so Badenberg. "Für staatliches Handeln gilt aber ein klarer Maßstab: Das Grundgesetz ist mein Kompass." Der Zugang zu öffentlichen Ämtern müsse nach Eignung, Befähigung und Leistung erfolgen. "Berlin muss die besten Köpfe gewinnen. Integration gelingt nicht durch Quoten, sondern durch gleiche Chancen für alle."

Das Gesetz in seiner heutigen Form wurde 2021 durch den rot-rot-grünen Senat unter dem damaligen Regierenden Bürgermeister Michael Müller (SPD) verabschiedet.

Weitere Meldungen

Israel startet "begrenzte Bodenoffensive" im Süden Libanons

Beirut (dts Nachrichtenagentur) - Die israelische Armee hat eine "begrenzte und gezielte Bodenoffensive" gegen Ziele im Süden Libanons begonnen. Das Militär teilte am Montag

Mehr
Niederländischer Regierungschef Jetten zu Antrittsbesuch bei Merz

Der neue niederländische Ministerpräsident Rob Jetten kommt am Montag zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wird ihn mit militärischen Ehren

Mehr
Trump: Abkommen mit Kuba wird "sehr bald" zustandekommen

US-Präsident Donald Trump hat erneut ein Abkommen mit Kuba in Aussicht gestellt. "Kuba möchte ebenfalls ein Abkommen schließen, und ich denke, dass wir sehr bald entweder eine

Mehr

Top Meldungen

EU-Energieminister beraten vor dem Hintergrund steigender Öl- und Gaspreise

Vor dem Hintergrund steigender Öl- und Gaspreise infolge des Iran-Kriegs treffen sich am Montag die Energieminister der EU in Brüssel. Das Treffen dient der Vorbereitung des

Mehr
Bahn zahlte 2025 etwa 156 Millionen Euro an Entschädigungen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn (DB) aufgrund der hohen Unpünktlichkeit im Fernverkehr insgesamt 156,1 Millionen Euro an

Mehr
Bahn reduziert geplante Arbeitszeit im Fernverkehr

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bahn-Tochter DB Fernverkehr hat zum 1. März die geplante Arbeitszeit des fahrenden Personals aufgrund der vielen Verspätungen um rund eine

Mehr