Wirtschaft

Bahn zahlte 2025 etwa 156 Millionen Euro an Entschädigungen

  • dts - 16. März 2026, 00:01 Uhr
Bild vergrößern: Bahn zahlte 2025 etwa 156 Millionen Euro an Entschädigungen
Anzeigetafel bei der Deutschen Bahn (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Im vergangenen Jahr hat die Deutsche Bahn (DB) aufgrund der hohen Unpünktlichkeit im Fernverkehr insgesamt 156,1 Millionen Euro an Entschädigungen an ihre Kunden ausgezahlt.

Das sagte Fernverkehrsvorstand Michael Peterson der "Süddeutschen Zeitung". Die Summe entspricht einer Verdreifachung gegenüber 2019 - aber einem Rückgang in Höhe von knapp 41 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr. "Wir gehen davon aus, dass das auch daran liegt, dass es im vergangenen Jahr keine großen Sonderereignisse wie Streiks gab", sagte Peterson. "Trotzdem ist es für uns eine große finanzielle Belastung."

Medienberichten zufolge hat das Ergebnis der Bahn-Tochter DB Fernverkehr auch im vergangenen Jahr die Gesamtbilanz des Konzerns runtergezogen. Die Sparte könne ihr "volles Umsatzpotenzial aktuell nicht heben", sagte Vorstand Peterson der SZ. "Die vielen Baustellen und Störungen sind für uns sehr herausfordernd. Eine mehrwöchige Sperrung bedeutet für uns nicht selten Umsatzeinbrüche im ein- oder sogar zweistelligen Millionenbereich."

Hinzu komme, dass die DB Fernverkehr fast 300 Millionen Euro mehr für Trassenpreise habe zahlen müssen. "Und wenn dann auch noch die fest zugesagte Trassenpreisförderung nur zur Hälfte kommt, muss ich woanders optimieren", so Peterson. Trotz allem sei es gelungen, das Ergebnis vor Steuern und Zinsen im letzten Jahr um mehr als 100 Millionen Euro zu verbessern.

Probleme bereitet Peterson nach wie vor die Auslastung seiner Fernzüge - vor allem auf Strecken, auf denen ICs parallel zu Regionalzügen fahren. "Grund dafür ist das Deutschlandticket. Das hat uns 15 Millionen Fahrgäste aus den Zügen gezogen", sagte Peterson. 2025 habe die Auslastung der Fernzüge im Schnitt bei 48 Prozent gelegen, so der Manager. "Vor Corona waren wir bei 56 Prozent, und ja, da wollen wir wieder hinkommen."

Weitere Meldungen

Bahn reduziert geplante Arbeitszeit im Fernverkehr

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bahn-Tochter DB Fernverkehr hat zum 1. März die geplante Arbeitszeit des fahrenden Personals aufgrund der vielen Verspätungen um rund eine

Mehr
Union will Mineralölkonzerne "genauer in den Blick nehmen"

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Unionsfraktion hält die Kritik von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) an den hohen Spritpreisen für "berechtigt". "Wenn

Mehr
Voigt schlägt wegen Iran-Krieg Aussetzen der CO2-Preise vor

Erfurt (dts Nachrichtenagentur) - Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt hat angesichts der Energiepreiskrise im Zuge der Iran-Krise eine befristete Aussetzung der CO2-Abgabe

Mehr

Top Meldungen

Auch Sozialverband fordert Arzneimittelpreis-Bremse

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach den Krankenkassen hat auch der Sozialverband SoVD ein Eingreifen der Politik gegen teure Medikamente gefordert. "Es kann nicht sein, dass

Mehr
Söders Plan für Mini-Atomkraftwerke stößt auf Kritik

München (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorstoß von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) zum Bau moderner Mini-Atomkraftwerke im Freistaat stößt bei den Grünen und

Mehr
"Früher stand da überall Weselsky": Ex-GDL-Chef hadert mit Nachfolgern

Der frühere Chef der Lokführer-Gewerkschaft GDL, Claus Weselsky, hat sich mit Ratschlägen an seine Nachfolger aus dem Ruhestand gemeldet. "Die GDL muss stärker in der

Mehr