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Trump: Nur "bedingungslose Kapitulation" des Iran kann Krieg beenden

  • AFP - 6. März 2026, 20:30 Uhr
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Feuer über Teheran in der Nacht zum Freitag
Bild: AFP

Der Krieg gegen den Iran kann nach den Worten von US-Präsident Donald Trump nur durch eine 'bedingungslose Kapitulation' der Teheraner Führung beendet werden.

Der Krieg gegen den Iran kann nach den Worten von US-Präsident Donald Trump nur durch eine "bedingungslose Kapitulation" der Teheraner Führung beendet werden. "Es wird keine Einigung mit dem Iran geben, außer einer bedingungslosen Kapitulation!" erklärte Trump am Freitag. Israel und der Iran setzten ihre Angriffe unvermindert fort, auch aus mehreren Golfstaaten wurde erneut iranischer Beschuss gemeldet. Im Libanon verstärkten die Hisbollah-Miliz und die israelische Armee ihre gegenseitigen Angriffe.

Nach einer Kapitulation des Iran würden die USA und ihre Verbündeten dazu beitragen, das Land "vom Rand der Zerstörung zurückzuholen und wirtschaftlich größer, besser und stärker zu machen als je zuvor", schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Zur Bedingung machte er die Ernennung eines "großartigen und akzeptablen Führers" oder mehrerer Führungsfiguren. 

Trumps Sprecherin Karoline Leavitt ergänzte, sobald der Iran nach Trumps Einschätzung keine Gefahr für die USA mehr darstelle und die Ziele der Militäraktion erreicht seien, komme dies einer bedingungslosen Kapitulation gleich, "egal, ob sie das selbst sagen oder nicht".

Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben am Freitag 400 Ziele im Iran an, darunter den Bunker des bereits am Samstag getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei in Teheran. 

Nach iranischen Angaben wurden bei Angriffen der USA und Israels in dem Land bislang bereits mehr als 900 Menschen getötet, etwa ein Drittel davon Kinder. Die Nachrichtenagentur AFP konnte diese Angaben nicht überprüfen. 

Laut der iranischen Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani wurden bereits mindestens 390 Wohnanlagen und 528 Geschäfte beschossen. Die israelische Armee erklärte dagegen, sie greife ausschließlich militärische Ziele an.

Seit Beginn des Iran-Kriegs ist auch der Konflikt zwischen der pro-iranischen Hisbollah im Libanon und der israelischen Armee wieder eskaliert. Israel habe seit Beginn seiner Angriffe im Libanon in dieser Woche "mehr als 500 Ziele im ganzen Libanon angegriffen und über 70 Hisbollah-Terroristen getötet", sagte Armeesprecher Nadav Schoschani am Freitag. 

Nach seinen Angaben feuerte die Hisbollah allein am Freitag rund 70 Raketen auf Israel ab. Laut dem Norwegischen Flüchtlingsrat sind im Libanon 300.000 Menschen aus Furcht vor israelischem Beschuss auf der Flucht. Der libanesische Regierungschef Nawaf Salam warnte vor einer drohenden humanitären Katastrophe.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR rief wegen des Kriegs eine "schwere humanitäre Notlage" aus und forderte ein sofortiges Eingreifen zur Versorgung der Betroffenen.

UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk forderte die rasche und "unparteiische" Aufklärung eines Angriffs auf eine Mädchenschule im Süden des Iran, bei dem am ersten Kriegstag nach iranischen Angaben mehr als 150 Menschen getötet worden waren. Einem Bericht der "New York Times" zufolge sind wahrscheinlich die USA für den Beschuss verantwortlich: Die Schule wurde demnach getroffen, als US-Streitkräfte am Samstag einen benachbarten Marinestützpunkt der iranischen Revolutionsgarden angriffen.

Israel warf dem Iran unterdessen den Einsatz von Streubomben vor, einer international geächteten Waffe. Seit Beginn der iranischen Angriffe auf Israel am Samstag habe der Iran "zahlreiche Male" Streubomben eingesetzt, sagte der israelische Armeesprecher Nadav Schoschani. Ein Einsatz solcher Munition gegen Zivilisten sei ein Kriegsverbrechen, betonte er. 

Der Iran-Krieg hat auch Auswirkungen auf die EU-Ratspräsidentschaft Zyperns: Alle für diesen Monat auf der Mittelmeerinsel geplanten Treffen von EU-Vertretern werden verschoben oder online abehalten, wie ein Regierungsvertreter mitteilte. In der Nacht zum Montag war der britische Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern von einer unbemannten Drohne iranischer Bauart getroffen worden. Nach dem Vorfall sagten mehrere europäische Länder Zypern ihre Unterstützung zu und entsandten Luftabwehrsysteme sowie andere militärische Ausrüstung.

Im Irak wurde die Produktion auf einem von der US-Firma HKN Energy betriebenen Ölfeld infolge eines mutmaßlich iranischen Angriffs eingestellt. Wiederholt waren Drohnen über Erbil, der Hauptstadt der autonomen Kurdenregion im Nordirak, abgefangen worden. Auch am Freitag waren über Erbil Explosionen zu hören. Dort sind US-Truppen und Bundeswehrsoldaten stationiert, es gibt auch einen US-Konsulatskomplex.

Deutschland zieht unterdessen laut einem Medienbericht wegen des Krieges Bundeswehrsoldaten und Botschaftspersonal aus der irakischen Hauptstadt Bagdad ab. Soldatinnen und Soldaten sowie Botschaftsangehörige werden demnach nach Jordanien verlegt. Der Iran hatte bei seinen Gegenangriffen auf Israel und US-Einrichtungen am Wochenende auch Stützpunkte im Irak und in Jordanien beschossen, wo sich Bundeswehrsoldaten aufhielten.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran gestartet. Dabei wurden das geistliche Oberhaupt Chamenei und zahlreiche weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Als Reaktion greift der Iran seither Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region an. 

Der Krieg brachte den Schiffs- und Flugverkehr in der Golfregion weitgehend zum Erliegen und hat damit auch weltweite Auswirkungen auf die Wirtschaft und den Tourismus. Wegen des Krieges stieg der Ölpreis inzwischen auf den höchsten Stand seit fast zwei Jahren.

Die iranische Armee meldete am Freitag Angriffe auf US-Militärstützpunkte in Kuwait. Auch ein US-Öltanker vor der Küste Kuwaits sei getroffen worden. Dieser sei in Brand geraten. In Manama, der Hauptstadt des Golfstaats Bahrain, waren laut einem AFP-Journalisten Detonationen zu hören. Das Innenministerium rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren und sich an einen sicheren Ort zu begeben. Auch in Dubai wurden die Menschen aufgefordert, sich wegen "Raketenbedrohungen" in Sicherheit zu bringen.

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