Politik

EU-Kommissar: USA haben nicht genug Luftabwehrraketen für Golfstaaten und Ukraine

  • AFP - 6. März 2026, 12:07 Uhr
Bild vergrößern: EU-Kommissar: USA haben nicht genug Luftabwehrraketen für Golfstaaten und Ukraine
EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius
Bild: AFP

Die USA haben nach Einschätzung von EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius nicht ausreichend Luftabwehrraketen, um die Golfstaaten und die Ukraine bei deren Verteidigung zu unterstützen.

Die USA haben nach Einschätzung von EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius nicht ausreichend Luftabwehrraketen, um die Golfstaaten und die Ukraine bei deren Verteidigung zu unterstützen. "Die Amerikaner werden wirklich nicht in der Lage sein, genügend dieser Raketen bereitzustellen", sagte Kubilius am Freitag bei einem Besuch in Warschau. Dies gelte sowohl für die Golfstaaten als auch für die US-Armee selbst und "den Bedarf der Ukraine", erläuterte er.

Es sei "ganz klar", dass es nach dem Iran-Krieg "für uns in Europa noch dringlicher geworden ist, die Produktion von Luftabwehr- und Raketenabwehrsystemen hochzufahren", betonte Kubilius. Europa stehe einer "riesigen Herausforderung" gegenüber, wenn es um Entwicklung von Luftabwehr gehe, fügte er hinzu.

Die USA und Israel hatten am Samstag massive Luftangriffe auf den Iran begonnen. Der Iran reagiert mit Gegenangriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.

Italien sagte den Golfstaaten am Donnerstag Hilfe bei der Luftabwehr zu. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte sich für den Fall eines lang andauernden Iran-Kriegs bereits am Sonntag besorgt über einen möglichen Mangel an Munition für die Luftabwehrsysteme seines Landes geäußert. Gleichzeitig schlug er den mit den USA verbündeten Golfstaaten vor, ihre Patriot-Luftabwehrsysteme gegen ukrainische Drohnen-Abfangsysteme zu tauschen, um sich gegen iranische Drohnenangriffe zu schützen.

Russland hat in seinem seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskrieg gegen die Ukraine in großer Zahl Drohnen iranischer Bauart eingesetzt.

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas zeigte sich am Donnerstag ebenfalls "besorgt" über einen möglichen Munitionsmangel. "Alle brauchen Luftabwehr", sagte sie mit Verweis auf die Ukraine und die Länder im Nahen Osten. Sie befürchte, "dass die Fähigkeiten begrenzt sind".

Kubilius verdeutlichte, die Ukraine habe alleine im Winter etwa so viele Raketen des US-Luftabwehrsystems Patriot verbraucht, wie "die amerikanische Hersteller in einem Jahr produzieren können". Die Situation in Europa sei "wirklich kritisch". Die Europäer müssten ihre Raketenproduktion "sehr schnell und sehr dringend" entwickeln.

Weitere Meldungen

Iran: Nachfolger Chameneis ernannt - Expertenratsmitglied deutet auf Sohn Modschtaba hin

Rund eine Woche nach der Tötung von Ayatollah Ali Chamenei hat das zuständige Gremium im Iran nach Angaben mehrerer Mitglieder dessen Nachfolger bestimmt. Der Name des neuen

Mehr
Unionspolitiker verteidigen Ehegattensplitting

Unionspolitiker wollen am sogenannten Ehegattensplitting festhalten. "Das Ehegattensplitting abzuschaffen, bedeutet nichts anderes, als Familien höher zu besteuern", sagte der

Mehr
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Enges Rennen von CDU und Grünen erwartet

In Baden-Württemberg hat am Sonntag die Landtagswahl begonnen. Insgesamt 7,7 Millionen Menschen sind zur Stimmabgabe aufgerufen. Es ist die erste von insgesamt fünf

Mehr

Top Meldungen

Arbeitgeberverband Gesamtmetall rechnet mit Abbau von bis zu 150.000 Jobs 2026

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall erwartet in diesem Jahr den Abbau von bis zu 150.000 Stellen in der Metall- und Elektroindustrie. "Wir sind mitten in einer

Mehr
Mehr als 1600 Unternehmen kritisieren Energiepolitik der Bundesregierung

Mehr als 1600 Unternehmen haben sich einem Appell angeschlossen, der die Energiepolitik der Bundesregierung kritisiert. "Mit den Vorhaben, wie sie nun im Rahmen des Netzpakets

Mehr
Mineralölkonzerne erhöhen Gewinnmargen im Zuge des Iran-Krieges

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Die Mineralölwirtschaft macht erheblich mehr Gewinn durch den starken Anstieg der Benzin- und Dieselpreise an deutschen Tankstellen im

Mehr