Brennpunkte

Macron kündigt gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland an

  • AFP - 2. März 2026, 17:12 Uhr
Bild vergrößern: Macron kündigt gemeinsame Atom-Militärübungen mit Deutschland an
Emmanuel Macron
Bild: AFP

.

Frankreich plant mit Deutschland und weiteren Ländern gemeinsame Atom-Militärübungen und will zudem atomar aufrüsten. Die Zusammenarbeit bei der nuklearen Abschreckung solle im laufenden Jahr beginnen und könne "Besuche strategischer Orte und gemeinsame Übungen" umfassen, sagte Macron in einer Grundsatzrede zur nuklearen Abschreckung am Montag auf dem Marinestützpunkt Île Longue nahe der westfranzösischen Hafenstadt Brest. "Deutschland ist ein Schlüsselpartner", betonte Macron.

"Diese deutsch-französische Zusammenarbeit beruht auf dem gemeinsamen Verständnis, dass die Nukleardimension der Abschreckung ein Eckpfeiler der europäischen Sicherheit bleibt", hieß es zudem in einer ebenfalls am Montag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung von Macron und Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Diese stütze sich auf die erweiterte Abschreckung der USA, "einschließlich der in Europa stationierten US-amerikanischen Nuklearwaffen, sowie auf die unabhängigen strategischen Nuklearstreitkräfte Frankreichs und Großbritanniens", hieß es weiter. 

Eine deutsch-französische "Nuklear-Steuerungsgruppe" werde künftig über die Koordinierung strategischer Maßnahmen beraten. Thema sei auch die "geeignete Mischung aus konventionellen Fähigkeiten, Raketenabwehr sowie französischen Nuklearfähigkeiten". 

Nach Angaben von Macron sind auch Großbritannien, Polen, die Niederlande, Belgien und Griechenland an einer engeren Zusammenarbeit mit Blick auf die nukleare Abschreckung interessiert. Dazu zähle auch eine mögliche Stationierung französischer Kampfjets, die Atombomben transportieren können. "Unsere strategischen Luftstreitkräfte werden sich so in der Tiefe des europäischen Kontinents verteilen können", sagte Macron.

Die Entscheidungshoheit über die Atomwaffen bleibe jedoch ausschließlich in der Hand des französischen Präsidenten, betonte er. "Es wird keinerlei Beteiligung an der endgültigen Entscheidung geben, weder an ihrer Planung noch an ihrer Umsetzung", erläuterte er. 

Angesichts der geopolitischen Lage kündigte Macron eine "Aufstockung" des Atom-Arsenals seines Landes an. "Ich habe angeordnet, die Zahl der Atom-Sprengköpfe in unserem Arsenal zu erhöhen", sagte er. Jedoch sollten dazu keine Zahlen veröffentlicht werden: "Um frei zu sein, muss man gefürchtet werden", fügte Macron hinzu. Nach Angaben des schwedischen Friedensforschungsinstituts Sipri verfügt Frankreich derzeit über 290 atomare Sprengköpfe, etwas mehr als Großbritannien (225), aber deutlich weniger als die USA und Russland mit jeweils mehr als 5000 Sprengköpfen.

Grundsätzlich sprach der französische Präsident sich für eine "weitergehende nukleare Abschreckung" aus. "Die aktuelle Lage rechtfertigt eine Verschärfung", betonte er. Diese stehe aber nicht in Konkurrenz zur nuklearen Teilhabe der Nato, sondern sei "perfekt ergänzend".

Weitere Meldungen

Nutzung von Luftwaffenstützpunkt: Trump "sehr enttäuscht" von Starmer

US-Präsident Donald Trump hat sich "sehr enttäuscht" darüber gezeigt, dass sich der britische Premierminister Keir Starmer lange gegen eine Nutzung britischer

Mehr
Anklage gegen mutmaßliche IS-Unterstützerin in Düsseldorf erhoben

Die Generalstaatsanwaltschaft Düsseldorf hat Anklage gegen eine mutmaßliche Unterstützerin der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) erhoben. Ihr wird die Mitgliedschaft in

Mehr
30-Jähriger stirbt nach Auseinandersetzung in Essen: Verdächtiger in Untersuchungshaft

Nach einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen mehreren Menschen in Essen ist am Montag ein 30 Jahre alter Mann an seinen Verletzungen gestorben. Als tatverdächtig gilt ein

Mehr

Top Meldungen

Gaspreis springt 25 Prozent nach oben

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) - Nach der Eskalation im Nahen Osten hat der Gaspreis am Montag sprunghaft um etwa 25 Prozent zugelegt. Im europäischen Großhandel wurden

Mehr
Netzagentur erwartet steigende Gaspreise

Bonn (dts Nachrichtenagentur) - Der Iran-Krieg wird nach Einschätzung von Netzagentur-Chef Klaus Müller zu höheren Gaspreisen in Deutschland führen. "Zu erwarten sind

Mehr
Klimaklagen gegen Autobauer am BGH: Urteil fällt in drei Wochen

Das Verbrenner-Aus und die Verantwortung einzelner Unternehmen für die Klimaerwärmung beschäftigen die obersten Zivilrichter. Der Bundesgerichtshof (BGH) verhandelte am Montag

Mehr