Politik

Rund jeder achte Mediziner in Deutschland ohne deutsche Staatsangehörigkeit

  • AFP - 24. Februar 2026, 08:49 Uhr
Bild vergrößern: Rund jeder achte Mediziner in Deutschland ohne deutsche Staatsangehörigkeit
Arzt mit Stethoskop
Bild: AFP

In Deutschland arbeiten immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte. Laut Statistischem Bundesamt hatten im Jahr 2024 insgesamt 64.000 Mediziner keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das war jeder Achte.

In Deutschland arbeiten immer mehr ausländische Ärztinnen und Ärzte. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte, hatten im Jahr 2024 insgesamt 64.000 Mediziner keine deutsche Staatsangehörigkeit. Das waren 13 Prozent der Ärzteschaft oder jeder achte. Zehn Jahre zuvor waren es noch sieben Prozent beziehungsweise 30.000 ausländische Mediziner und damit etwa halb soviel.

Insgesamt arbeiteten in der Human- und Zahnmedizin im Jahr 2024 121.000 aus dem Ausland zugewanderte Ärztinnen und Ärzte, das war knapp ein Viertel (24 Prozent) der gesamten Ärzteschaft. Ein Teil davon hat inzwischen die deutsche Staatsbürgerschaft, weshalb die Zahl ohne deutschen Pass bei 64.000 lag. 

Nach Pflegefachkräften ist der Arztberuf der am zweithäufigsten anerkannte ausländische Berufsabschluss. Gut 7600 ausländische Abschlüsse in Human- und Zahnmedizin wurden 2024 in Deutschland voll anerkannt. Dazu gehören auch Medizinstudierende aus Deutschland, die im Ausland ihren Abschluss machen, um etwa die Zulassungsbeschränkungen des Studienfachs hierzulande zu umgehen.

Im Jahr 2023 studierten 2600 Deutsche Humanmedizin in Österreich und 1900 in Ungarn. Auch in der Zahnmedizin zog es die meisten deutschen Auslandsstudierenden nach Österreich (500) und Ungarn (300).

In Deutschland stieg die Zahl der Studienanfängerinnen und -anfänger in der Humanmedizin um 30 Prozent binnen zehn Jahren. Im Wintersemester 2024/2025 begannen 15.900 junge Leute ein Studium. Zehn Jahre zuvor waren es noch 12.200. In der Zahnmedizin blieb die Zahl der Studienanfänger in den vergangenen zehn Jahren mit knapp 2000 im Wintersemester 2024/2025 nahezu konstant. 

Aber auch die Ärzteschaft altert wie die Bevölkerung insgesamt. Ein großer Teil der Mediziner in Deutschland dürfte in den nächsten Jahren altersbedingt aus dem Beruf ausscheiden. Im Jahr 2024 waren knapp ein Drittel (31 Prozent) der Ärztinnen und Ärzte 55 Jahre und älter. 

Auf der anderen Seite sind die Arbeitszeiten von Ärztinnen und Ärzten binnen zehn Jahren im Vergleich zu den Erwerbstätigen insgesamt überdurchschnittlich stark gesunken. Ein Grund dafür ist der höhere Anteil der Teilzeitarbeit. Arbeiteten 2014 noch 15 Prozent der Mediziner in Teilzeit, waren es 2024 mit 28 Prozent fast doppelt so viele.

Dennoch zählen Ärzte nach wie vor zu den Erwerbstätigen mit überdurchschnittlich langen Arbeitszeiten. 2024 arbeiteten sie im Durchschnitt 40,3 Stunden pro Woche und damit rund sechs Stunden mehr als die Erwerbstätigen in Deutschland insgesamt.

Weitere Meldungen

Pistorius: Frieden in der Ukraine nur durch Stärke erreichbar

Frieden in der Ukraine ist nach Einschätzung von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nur durch eigene Stärke erreichbar. Daher seien auch die Unterstützer der

Mehr
Studie: Erinnerungs-SMS und Wahlsimulation in Schulen können Wahlbeteiligung erhöhen

Eine Erinnerung per SMS, Wahlsimulationen in Schulen und mehr Mitgestaltung könnten einer Studie zufolge die Wahlbeteiligung bei jungen Menschen erhöhen. Die

Mehr
SPD fordert von Merz klare wirtschaftspolitische Worte bei China-Reise

Die SPD hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) aufgefordert, bei seinem am Dienstag beginnenden Antrittsbesuch in China offen die wirtschaftspolitischen Spannungen zwischen beiden

Mehr

Top Meldungen

Anteil ausländischer Ärzte deutlich gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - In Deutschland arbeiten immer mehr ausländische Ärzte. In der Human- und Zahnmedizin ist ihr Anteil in den vergangenen zehn Jahren deutlich

Mehr
Ifo-Institut: Exporterwartungen gestiegen

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich erneut verbessert. Die Ifo-Exporterwartungen stiegen im Februar auf +2,6 Punkte, nach

Mehr
China-Umsätze der Dax-Konzerne erodieren

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Für viele börsennotierte Konzerne aus Deutschland entwickelt sich der einstige Boommarkt China zum Problem. Bei den 15

Mehr