Wirtschaft

Bericht: Russland exportiert mehr Öl als 2021 - aber verdient weniger

  • AFP - 24. Februar 2026, 10:27 Uhr
Bild vergrößern: Bericht: Russland exportiert mehr Öl als 2021 - aber verdient weniger
Mutmaßlicher Tanker der russischen Schattenflotte
Bild: AFP

Russland hat im vergangenen Jahr einer Untersuchung zufolge trotz der westlichen Sanktionen mehr Erdöl als vor seinem Angriff auf die Ukraine exportiert. Allerdings sanken die Einnahmen Moskaus daraus.

Russland hat im vergangenen Jahr einer Untersuchung zufolge trotz der westlichen Sanktionen mehr Erdöl als vor seinem Angriff auf die Ukraine exportiert. Allerdings sanken die Einnahmen Moskaus daraus, wie die finnische Denkfabrik Zentrum für Energie- und Luftreinhaltungsforschung (Crea) am Dienstag berichtete. 93 Prozent des russischen Öls gehen demnach nach China, Indien und in die Türkei. 

Den Berechnungen der Experten zufolge lag die Exportmenge an russischem Öl in den zwölf Monaten bis zum diesjährigen 24. Februar rund sechs Prozent über dem Niveau des Vergleichszeitraums bis Februar 2022 - dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Im Vergleich zu den zwölf Monaten bis Februar 2025 ist das allerdings ein Rückgang um sechs Prozent. Die Einnahmen aus dem Ölverkauf sanken in den zwölf Monaten bis zum diesjährigen 24. Februar sogar um 18 Prozent auf rund 85,5 Milliarden Euro.  

"Wir haben einen deutlichen Rückgang der Einnahmen aus russischen Exporten fossiler Brennstoffe festgestellt, zurückzuführen auf die neuen Maßnahmen und eine strengere Durchsetzung der Sanktionen", sagte Isaac Levi, Analyst bei Crea, zu AFP. Demnach wird Russland sein Öl immer häufiger nur mit Preisabschlägen los. Allerdings "gibt es nach wie vor erhebliche Lücken und Bereiche, die von den Ländern, die Sanktionen verhängt haben, nicht berücksichtigt wurden". Die im Umlauf befindlichen Mengen russischen Öls blieben daher weiterhin hoch.

Neben Pipelines exportiert Russland sein Öl vor allem mit Hilfe seiner sogenannten Schattenflotte: eine unbekannte Zahl falsch registrierter Schiffe. Umweltschützer und auch das Crea warnen vor massiven Gefahren für die Umwelt, weil diese Schiffe häufig alt und dazu schlecht versichert sind. Die EU und Großbritannien sollten die Tanker beschlagnahmen, forderte Levi.

Crea forderte zudem Ungarn und die Slowakei auf, ihre Importe von russischem Öl einzustellen. Die beiden Länder sind vom EU-Importverbot für Pipelineöl aus Russland ausgenommen und haben in den ersten zehn Monaten des vergangenen Jahres ihre Importmenge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum noch um elf Prozent gesteigert.

Weitere Meldungen

Verdi ruft für Freitag und Samstag bundesweit zu Streiks im Nahverkehr auf

Der öffentliche Nahverkehr mit Bus und Bahn dürfte in zahlreichen Kommunen am Freitag und Samstag nur eingeschränkt funktionieren. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi rief

Mehr
Verdi ruft bundesweit zu Streiks im ÖPNV auf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ruft für Freitag und Samstag zu bundesweiten Streiks im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf.

Mehr
Anteil ausländischer Ärzte deutlich gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - In Deutschland arbeiten immer mehr ausländische Ärzte. In der Human- und Zahnmedizin ist ihr Anteil in den vergangenen zehn Jahren deutlich

Mehr

Top Meldungen

Ifo-Institut: Exporterwartungen gestiegen

München (dts Nachrichtenagentur) - Die Stimmung in der deutschen Exportwirtschaft hat sich erneut verbessert. Die Ifo-Exporterwartungen stiegen im Februar auf +2,6 Punkte, nach

Mehr
China-Umsätze der Dax-Konzerne erodieren

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Für viele börsennotierte Konzerne aus Deutschland entwickelt sich der einstige Boommarkt China zum Problem. Bei den 15

Mehr
Transatlantik-Koordinator stellt Bedingungen für Abkommen mit USA

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi (SPD), stellt Bedingungen für ein neues Handelsabkommen mit den Vereinigten

Mehr