Brennpunkte

Kolumbiens Präsident Petro nach eigenen Angaben knapp einem Attentat entgangen

  • AFP - 10. Februar 2026, 22:04 Uhr
Bild vergrößern: Kolumbiens Präsident Petro nach eigenen Angaben knapp einem Attentat entgangen
Gustavo Petro am 5. Februar in Washington
Bild: AFP

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro ist nach eigenen Angaben knapp einem Attentat entkommen. Bei einer live übertragenen Kabinettssitzung sagte Petro am Dienstag, dass sein Hubschrauber nicht wie geplant in der Region Córdoba an der kolumbianischen Karibikküste landen konnte.

Kolumbiens Präsident Gustavo Petro ist nach eigenen Angaben knapp einem Attentat entgangen. Bei einer live übertragenen Kabinettssitzung sagte Petro am Dienstag, dass sein Hubschrauber wegen Sicherheitsbedenken nicht wie geplant in der Region Córdoba an der kolumbianischen Karibikküste landen konnte. Sein Sicherheitsteam "befürchtete" demnach, dass auf den Hubschrauber "geschossen" werden könnte. "Wir flogen vier Stunden lang umher, und ich landete an einem ungeplanten Ort, aber ich entkam so dem Tod."

Der linksgerichtete Petro ist seit 2022 im Amt. Er sagt seit Monaten, dass bewaffnete Netzwerke mit Verbindungen zum Drogenhandel ein Attentat auf ihn planen.

Zuletzt hatte der Tod des Präsidentschaftskandidaten Miguel Uribe in Kolumbien für Entsetzen gesorgt. Der konservative Senator und Petro-Kritiker war im vergangenen Jahr bei einem Wahlkampfauftritt in der Hauptstadt Bogotá angeschossen worden und später an den Folgen des Attentats gestorben. Der kolumbianische Geheimdienst macht die Segunda Marquetalia verantwortlich, eine Splittergruppe der ehemaligen Farc-Guerilla.

Das Attentat löste Befürchtungen bei vielen Menschen in dem südamerikanischen Land aus, dass es zu einer Gewaltspirale wie in den 1980er und 1990er Jahren kommen könnte, als bewaffnete Angriffe der Drogenkartelle und Morde an Politikern zum Alltag gehörten.

Viele der bewaffneten Gruppen Kolumbiens, die einst auf linken oder rechten Ideologien basierten, sind heute Drogenkartelle, die sich durch den lukrativen Kokainhandel finanzieren. Kolumbien ist der größte Kokainproduzent der Welt und verzeichnete 2023 eine Rekordfläche von 253.000 Hektar Kokapflanzen. Die Regierung von Petro treibt einen Plan zur freiwilligen Vernichtung der Pflanzen durch die Bauern voran, der ihnen wirtschaftlichen Anreize bietet.

Weitere Meldungen

Bundesregierung weist Trumps Drohung zurück: "Das ist kein Krieg der Nato"

Die Bundesregierung hat Äußerungen von US-Präsident Donald Trump zu einem Einsatz der Nato in der Straße von Hormus widersprochen. "Das ist nicht der Krieg der Nato", sagte

Mehr
Bundesregierung warnt Israel vor Bodenoffensive im Libanon

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Bundesregierung hat Israel vor einer umfangreichen Bodenoffensive im Libanon gewarnt. "Wir fordern unsere israelischen Freunde eindringlich

Mehr
Pistorius schließt Bundeswehr-Einsatz zum Schutz der Straße von Hormus aus

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat eine Beteiligung der Bundeswehr an einer Sicherung der Straße von Hormus ausgeschlossen. Es werde "keine militärische

Mehr

Top Meldungen

Commerzbank: SPD lehnt Übernahmeversuch von Unicredit ab

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD-Bundestagsfraktion stellt sich entschieden gegen den Übernahmeversuch von Unicredit bei der Commerzbank. "Die Commerzbank ist eine

Mehr
Streiks im Nahverkehr am Donnerstag in mindestens fünf Bundesländern

Die Gewerkschaft Verdi ruft für Donnerstag in mehreren Bundesländern Beschäftigte in kommunalen Nahverkehrsunternehmen zum Streik auf. Betroffen sind Bayern, das Saarland,

Mehr
Steigende Öl- und Gaskosten: Reiche lehnt Preisdeckel ab

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) lehnt einen Preisdeckel als Reaktion auf steigenden Gas- und Spritpreise ab. Staatliche Eingriffe in den Gas- oder Strommarkt

Mehr