Brennpunkte

Bundesverwaltungsgericht verhandelt über rechtsextremistische "Artgemeinschaft"

  • AFP - 28. Januar 2026, 18:06 Uhr
Bild vergrößern: Bundesverwaltungsgericht verhandelt über rechtsextremistische Artgemeinschaft
Darstellung der Justitia
Bild: AFP

Das Verbot der rechtsextremistischen Gruppe 'Artgemeinschaft' ist am Mittwoch vor dem Bundesverwaltungsgericht geprüft worden. Ein Urteil fiel bis Mittwochabend noch nicht. Der Urteilstermin ist noch nicht bekannt.

Das Verbot der rechtsextremistischen Gruppe "Artgemeinschaft" ist am Mittwoch vor dem Bundesverwaltungsgericht geprüft worden. Ein Urteil fiel bis Mittwochabend nach Angaben einer Sprecherin noch nicht, die Verhandlung lief noch. Das Bundesinnenministerium hatte die "Artgemeinschaft" im Sommer 2023 mit allen Teilorganisationen als Verein verboten. (Az. 6 A 18.23)

Es begründete das Verbot damit, dass die "Artgemeinschaft" sich gegen die Verfassung und wegen antisemitischer Inhalte auch gegen den Gedanken der Völkerverständigung richte. Die Gruppe mit etwa 150 Mitgliedern war demnach eine der zentralen Schnittstellen innerhalb der bundesweiten neonazistischen Szene. Sie habe eine ideologische Führungsrolle übernommen und sei eng verbunden mit anderen ähnlichen Organisationen.

Wesentliches Kennzeichen der "Artgemeinschaft" war laut Innenministerium der Rückgriff auf die nationalsozialistische Rassenlehre sowie von den Nationalsozialisten genutzte Symbole und Narrative. Dabei ging es ihr um die Förderung einer nord- und mitteleuropäischen "Menschenart", etwa auch durch gezielte "Gattenwahl". Ein weiteres Merkmal war die systematische Indoktrinierung der Kinder von Szeneangehörigen, teils durch nur minimal veränderte NS-Texte. Kontakte pflegten die Mitglieder bei einschlägigen Treffen, etwa Sonnenwendfeiern.

Die damalige Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) sprach von einer "sektenartigen, zutiefst rassistischen und antisemitischen Vereinigung", die "durch eine widerwärtige Indoktrinierung von Kindern und Jugendlichen neue Verfassungsfeinde" heranziehe und in der Szene gut vernetzt sei.

Die Innenministerien von Bund und Ländern können Vereine verbieten und deren Vermögen beschlagnahmen, wenn deren Aktivitäten gegen Strafgesetze oder den Gedanken der Völkerverständigung verstoßen oder die verfassungsmäßige Ordnung in Deutschland untergraben.

Weitere Meldungen

Vier Tote und erheblicher Schaden durch Unwetter in Portugal

In Portugal sind durch ein heftiges Unwetter in der Nacht zum Mittwoch mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Wie der Zivilschutz mitteilte, wurde ein Mensch in Leiria im

Mehr
Frankreich will "Ehepflicht" abschaffen

In Frankreich ist Sex in der Ehe künftig ausdrücklich optional. "Die Lebensgemeinschaft begründet für die Ehegatten keinerlei Verpflichtung, sexuelle Beziehungen zu haben", so

Mehr
Nach großer Suchaktion in Elbmündung: Vermeintlich ertrunkener Seemann lebt

Ein bereits für tot gehaltener Seemann ist nach einer Suchaktion in der Elbmündung vor Cuxhaven lebend an Bord seines Schiffes entdeckt worden. Das berichtete die Deutsche

Mehr

Top Meldungen

Experte erwartet "eher zwei bis drei Prozent" Wachstum für China

Peking (dts Nachrichtenagentur) - Chinas Wirtschaft ist 2025 laut offiziellen Zahlen zwar um fünf Prozent gewachsen, doch Experten warnen vor trügerischer Stabilität. Jörg

Mehr
Bürger schenken dem Bund sechsstelligen Betrag zum Schuldenabbau

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Insgesamt 629 Bürger haben im vergangenen Jahr Geld auf das Schuldentilgungskonto des Bundes überwiesen. Insgesamt kamen so 123.107,69 Euro

Mehr
Amazon streicht weitere 16.000 Stellen

Der US-Onlinehandelsriese Amazon hat weitere Stellenstreichungen angekündigt. Weltweit sollen 16.000 Jobs wegfallen, wie die Konzernspitze am Mittwoch in einer Mitteilung an die

Mehr