Brennpunkte

IStGH-Präsidentin warnt vor wachsender Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit

  • AFP - 27. Januar 2026, 14:41 Uhr
Bild vergrößern: IStGH-Präsidentin warnt vor wachsender Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit
IStGH-Präsidentin Tomoko Akane in Den Haag
Bild: AFP

Die Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haage hat vor einer wachsenden Bedrohung der Rechtsstaatlichkeit weltweit gewarnt. 'Der IStGH steht wie andere Justizbehörden weltweit unter erheblichem Druck', erklärte Tomoko Akane.

Die Präsidentin des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) in Den Haag hat vor einer wachsenden Bedrohung für die Rechtsstaatlichkeit weltweit gewarnt. "Der IStGH steht wie andere Justizbehörden weltweit unter erheblichem Druck, ist Zwangsmaßnahmen ausgesetzt und sieht sich Versuchen ausgesetzt, seine Funktion zu untergraben", erklärte IStGH-Präsidentin Tomoko Akane am Dienstag in Den Haag. 

Bislang als selbstverständlich geltende Werte und Grundsätze sowie die Rechtsstaatlichkeit insgesamt würden "systematisch in Frage gestellt und angefochten", erklärte Akane. "Jetzt müssen wir mehr denn je zu den grundlegenden Ideen zurückkehren, für die wir eintreten, zu den Werten der grenzüberschreitenden Gerechtigkeit und Menschlichkeit."

In den vergangenen Wochen waren insbesondere die USA und Russland gegen den IStGH vorgegangen. Das US-Außenministerium verhängte im Dezember Sanktionen gegen mehrere Richter, nachdem diese Haftbefehle gegen den israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu und den früheren Verteidigungsminister Yoav Gallant erlassen hatten. Ein Gericht in Moskau verurteilte Richter des IStGH sowie den Chefankläger Karim Khan im Dezember in Abwesenheit zu mehrjährigen Haftstrafen.

Das 1998 gegründete Gericht mit Sitz in Den Haag ahndet seit 2002 Verbrechen wie Völkermord, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Mehr als 120 Länder sind Vertragsstaaten, darunter auch Deutschland. Weder die USA noch Israel haben das Römische Statut unterzeichnet, die vertragliche Grundlage des Internationalen Strafgerichtshofs.

Am Montag gab der IStGH bekannt, dass sich der inhaftierte frühere philippinische Staatschef Rodrigo Duterte wegen mutmaßlicher Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Februar in Den Haag vor Gericht verantworten muss. Der Gerichtshof habe "zahlreiche" weitere Haftbefehle erlassen, die noch nicht veröffentlicht worden seien, fügte Akane hinzu.

Weitere Meldungen

Studie: Offenbar hunderte Missbrauchsfälle bei christlichem Pfadfinderverband

Beim Verband Christlicher Pfadfinder (VCP) hat es einer wissenschaftlichen Studie zufolge seit den 70er Jahren offenbar hunderte Fälle sexualisierter Gewalt gegeben. Laut der am

Mehr
Frankreich schickt Flugzeugträger zu Manöver in den Nordatlantik

Vor dem Hintergrund der jüngsten Spannungen um Grönland soll der französische Flugzeugträger Charles de Gaulle nach übereinstimmenden Quellen an einer Militärübung im

Mehr
Geburtstagsgrüße: 17-Jähriger zündet Feuerwerk vor Haftanstalt in Baden-Württemberg

Mit einem nächtlichen Feuerwerk in der Nähe einer Justizvollzugsanstalt hat ein 17-Jähriger in Baden-Württemberg einen Polizeieinsatz ausgelöst. Der Jugendliche soll in

Mehr

Top Meldungen

Veggie-Branche erwartet 250 Millionen Euro Kosten bei Namensverbot

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Lobby- und Branchenverband Balpro beziffert die finanziellen Auswirkungen eines drohenden Namensverbots für Fleischalternativen auf einen

Mehr
Branche warnt: 2030-Ziel bei Offshore-Windenergie wird verfehlt

Deutschland hinkt beim Ausbau der Windenergie auf See hinterher: Das Ziel, bis 2030 Offshore-Windenergieanlagen mit einer Leistung von 30 Gigawatt (GW) zu installieren, ist

Mehr
KfW-Studie: Strom aus Wind und Sonne ergänzen sich sehr gut

Die Kombination der Stromerzeugung aus Wind und Sonne funktioniert in Deutschland einer Untersuchung der Förderbank KfW zufolge sehr gut. "Die höchste Sonnenausbeute gibt es an

Mehr