Wirtschaft

Pflicht zur Kennzeichung der Haltungsform bei Schweinefleisch kommt später

  • AFP - 15. Januar 2026, 18:11 Uhr
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Schweine auf Bauernhof
Bild: AFP

Die Einführung einer verpflichtenden Kennzeichnung der Haltungsform beim Verkauf von Schweinefleisch aus Deutschland ist um zehn Monate auf Anfang 2027 verschoben worden. Am Donnerstag stimmte der Bundestag für die entsprechende Gesetzesänderung.

Die Einführung einer verpflichtenden Kennzeichnung der Haltungsform beim Verkauf von Schweinefleisch aus Deutschland ist um zehn Monate auf Anfang 2027 verschoben worden. Der Bundestag in Berlin stimmte am Donnerstag für die von der Regierungskoalition aus Union und SPD eingebrachte entsprechende Änderung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes. Darin war bislang der 1. März 2026 als Starttag festgelegt, nun ist es der 1. Januar 2027.

Es ist bereits die zweite Verschiebung des Starts der verpflichtenden Kennzeichung. Das Gesetz trat bereits im August 2023 noch unter der Vorläuferegierung in Kraft. Ursprünglich war darin der 1. August 2025 als Starttermin vorgesehen. Die derzeitige Regierungskoalition will mit der Verschiebung nach eigenen Angaben Zeit zur Überarbeitung des Gesetzes gewinnen. Demnach soll es praxistauglicher werden. Aus den Ländern hatte es Kritik am Bürokratieaufwand des Gesetzes gegeben.

Das Gesetz bezieht sich derzeit nur auf frisches Schweinefleisch aus Deutschland, das verpackt oder unverpackt in den Handel kommt. Beim Verkauf soll die Haltungsform ersichtlich sein - also etwa, ob Tiere im Stall oder auf Weiden gehalten wurden. Es gibt fünf Stufen. Für Schweinefleisch aus dem Ausland sowie andere Fleischsorten gilt es bislang nicht. Freiwillige Angaben der Hersteller sind aber möglich.

Tatsächlich sind freiwillige Angaben zur Haltungsform im deutschen Lebensmittelhandel bereits weit verbreitet - und finden sich unter anderem auch auf Hühner- sowie Rindfleich, Eiern und Milchprodukten. Es gibt entsprechende Siegel, die durch eine gemeinsame Initiative von Einzelhandelsketten, Erzeugern sowie Lebensmittelherstellern vergeben werden. 

Parallel arbeiten große deutsche Supermarktketten seit einigen Jahren an einer Umstellung ihres Sortiments auf höhere Haltungsstufen. Aldi kündigte bereits 2023 an, bis 2030 nur noch Fleisch- und Wurstwaren aus höchsten Haltungsstufen anzubieten. Lidl und Edeka kündigten in den vergangenen Monaten an, ihr Angebot an Molkereiprodukten höherer Haltungsstufen auszuweiten. Die Firmen verweisen auf Kundenwünsche. Tierwohl und Transparenz seien zunehmend wichtige Einkaufskriterien.

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