Brennpunkte

Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro nach Sturz in Gefängniszelle im Krankenhaus

  • AFP - 7. Januar 2026, 16:41 Uhr
Bild vergrößern: Brasiliens Ex-Präsident Bolsonaro nach Sturz in Gefängniszelle im Krankenhaus
Bolsonaro in seiner Residenz in Brasília im September
Bild: AFP

Nach einem Sturz in seiner Gefängniszelle ist Brasiliens ultrarechter Ex-Präsident Jair Bolsonaro am Mittwoch ins Krankenhaus gekommen. Bolsonaro habe sich bei dem Sturz am Dienstag den Kopf angestoßen, wie seine Frau mitteilte.

Nach einem Sturz in seiner Gefängniszelle ist Brasiliens ultrarechter Ex-Präsident Jair Bolsonaro am Mittwoch ins Krankenhaus gekommen. Bolsonaro habe sich bei dem Sturz am Dienstag den Kopf angestoßen, teilte seine Frau mit. Zunächst hatte ein Richter am Obersten Gericht die Überstellung von Bolsonaro ins Krankenhaus abgelehnt und mehr Informationen zu seinem Gesundheitszustand verlangt. Am Mittwoch wurde der 70-Jährige nun im Privatkrankenhaus DF Star in der Hauptstadt Brasília aufgenommen, wie AFP-Reporter berichteten.

Der Polizeiarzt hatte bei einer Untersuchung Bolsonaros nach seinem Sturz keine Überstellung in eine Klinik für nötig befunden, sondern nur eine Beobachtung empfohlen. Die Polizei sprach von "leichten Verletzungen". Die Anwälte des früheren Präsidenten forderten aber eine Untersuchung in einer Klinik.

Der Richter am Obersten Gericht, Alexandre de Moraes, ist schon lange als Widersacher Bolsonaros bekannt. Er hatte Anfang Januar die Überstellung des rechtsradikalen Politikers in den Hausarrest statt Gefängnis wegen seiner gesundheitlichen Probleme abgelehnt. Nun stimmte er aber seiner Verlegung ins Krankenhaus zu.

Bolsonaro hatte das größte lateinamerikanische Land von 2019 bis 2022 regiert. Im vergangenen September wurde er schuldig gesprochen, seine Anhänger zur Erstürmung des Obersten Gerichts, des Präsidentenpalastes und des Kongresses in Brasília am 8. Januar 2023 angestiftet zu haben. Er soll damals einen versuchten Putsch organisiert haben, um seine Wahlniederlage gegen seinen linksgerichteten Nachfolger Luiz Inácio Lula da Silva zu kippen. Bolsonaro wurde zu 27 Jahren Gefängnis verurteilt.

Der Ex-Staatschef hatte sich vor dem Antritt seiner Haftstrafe im November zwischenzeitlich im Hausarrest befunden. Er beschädigte damals seine elektronische Fußfessel mit einem Lötkolben und wurde deshalb ins Gefängnis verlegt.

An Heiligabend wurde der ultrarechte Politiker dann aus dem Gefängnis ins Krankenhaus verlegt. Der 70-Jährige wurde dort wegen eines Leistenbruchs operiert. Außerdem unterzog er sich einem Eingriff am Zwerchfell wegen eines chronischen Schluckaufs. Bolsonaro leidet gesundheitlich noch unter den Folgen einer Bauchverletzung durch einen Messerangriff während des Wahlkampfs 2018. 

Weitere Meldungen

Infratest: Mehrheit kritisiert US-Vorgehen in Venezuela

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Jeder zweite Deutsche (50 Prozent) ist laut einer Umfrage des "Deutschlandtrends" der ARD der Meinung, Deutschland und die Europäische Union

Mehr
Trump-Sohn verteidigt Grönland-Drohungen seines Vaters

New York (dts Nachrichtenagentur) - Eric Trump hat die Annexionsdrohungen der US-Regierung gegen die zu Dänemark gehörende Insel Grönland verteidigt. Die Insel im Nordatlantik

Mehr
Syrische Armee bombardiert kurdische Stadtviertel von Aleppo

In Syrien dauern die heftigen Gefechte zwischen Truppen der Übergangsregierung und kurdischen Kämpfern in der Großstadt Aleppo an. Auch am Donnerstag bombardierte die Armee

Mehr

Top Meldungen

Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt auf über eine Million

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Deutschland hat wieder mehr als eine Million Langzeitarbeitslose. Das berichtet die "Bild" (Freitagausgabe) unter Berufung auf eine Antwort der

Mehr
Staatliche LNG-Terminals importierten 2025 deutlich mehr Flüssigerdgas

Über die drei staatlich verwalteten schwimmenden Importterminals für Flüssigerdgas (LNG) ist im vergangenen Jahr deutlich mehr Erdgas ins deutsche Netz eingespeist worden.

Mehr
Wiese sieht Koalition beim Thema Steuern nicht auf Kollisionskurs

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Für den parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, ist die schwarz-rote Koalition beim Thema Steuern nicht auf

Mehr