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Stromversorgung in Berlin soll am Mittwoch wieder hochgefahren werden

  • AFP - 7. Januar 2026, 09:58 Uhr
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Notstromaggregate in Berlin
Bild: AFP

Vier Tage nach dem Anschlag mutmaßlicher Linksextremisten auf das Stromnetz im Südwesten Berlins soll die Versorgung wieder hochgefahren werden. Seit Samstagfrüh waren zunächst insgesamt 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten ohne Strom.

Vier Tage nach dem Anschlag mutmaßlicher Linksextremisten auf das Stromnetz im Südwesten Berlins soll die Versorgung am Mittwoch wieder hochgefahren werden. "Wir fahren heute ab 11.00 Uhr das Stromnetz in den betroffenen Gebieten schrittweise wieder hoch", erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU). Zuletzt waren noch rund 19.900 Haushalte und etwa 850 Gewerbebetriebe ohne Strom gewesen.

Die Behörden baten die betroffenen Haushalte, privat betriebene Notstromaggregate vor dem Hochfahren abzuschalten, um Schäden an den Geräten zu vermeiden. Auch sollten starke Stromverbraucher nicht unmittelbar nach der Wiederzuschaltung verwendet werden, also etwa Waschmaschinen, Wasserkocher oder Ladestationen für E-Fahrzeuge. Die Bevölkerung wurde auch per Warnapp darauf hingewiesen. "Es ist mir persönlich wichtig, dass wir jetzt die Menschen beim Wiederhochfahren unterstützen, damit insbesondere Heizungsanlagen keinen Schaden nehmen", hieß es von Wegner.

Ab Samstagfrüh waren zunächst insgesamt 45.000 Haushalte und 2200 Gewerbeeinheiten ohne Strom. Auch Kliniken und Pflegeheime waren betroffen. Nachdem der Berliner Senat eine Großschadenslage ausgerufen hatte, schaltete sich auch die Bundeswehr ein und half bei der Logistik, der Betankung von Notstromaggregaten und gab warmes Essen aus. Mehrere Schwimmbäder öffneten im 24-Stunden-Betrieb, damit Menschen duschen und sich aufwärmen können. Wer in ein Hotel ausweichen musste, sollte die Kosten erstattet bekommen.

Grund für den großflächigen Stromausfall war ein Brandanschlag auf eine Kabelbrücke am Teltowkanal, der aller Wahrscheinlichkeit nach auf das Konto von Linksextremisten geht. Das Landes- und das Bundeskriminalamt sowie der Verfassungsschutz stuften ein Bekennerschreiben einer linksextremistischen Organisation namens Vulkangruppe als glaubwürdig ein. Die Bundesanwaltschaft ermittelt inzwischen unter anderem wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, der verfassungsfeindlichen Sabotage, der Brandstiftung und der Störung öffentlicher Betriebe.

Spekulationen über eine angebliche Beteiligung Russlands wiesen die mutmaßlichen Täter in einem weiteren Bekennerschreiben zurück. Diese seien nichts weiter als der Versuch, die eigene Ohnmacht zu kaschieren, hieß es darin laut Medienberichten. Auch laut Polizei gibt es keine Hinweise auf eine Beteiligung ausländischer Akteure.

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Dienstag im Zusammenhang mit dem Anschlag vor einem Erstarken des "Linksterrorismus" in Deutschland gewarnt. Er forderte als Konsequenz aus dem Blackout ein umfassendes Sicherheitspaket. "Wir werden aus dieser Lage die notwendigen Schlüsse ziehen und die Resilienzstruktur Berlins weiter verbessern", kündigte Wegner am Mittwoch an.

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