Wirtschaft

GDL-Chef Reiß: Gehen "offen und konstruktiv" in Tarifverhandlungen mit der DB

  • AFP - 8. Januar 2026, 11:14 Uhr
Bild vergrößern: GDL-Chef Reiß: Gehen offen und konstruktiv in Tarifverhandlungen mit der DB
Fahrender Zug
Bild: AFP

Die Deutsche Bahn (DB) und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) verhandeln in Berlin über neue Tarifverträge. Die GDL fordert eine Lohnerhöhung um insgesamt 8,0 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) geht nach den Worten ihres Vorsitzenden Mario Reiß "offen und konstruktiv" in die Tarifverhandlungen mit der Deutschen Bahn (DB). Entscheidend für die Gewerkschaft sei, dass die Bahn die Beschäftigten "gehaltstechnisch wieder in die Mitte der Gesellschaft rückt", erklärte er am Donnerstag. Ein "langes, verantwortungsbewusstes Arbeitsleben" müsse auch "endlich" zu einer verlässlicheren Alterssicherung führen.

GDL und DB begannen am Vormittag ihre Verhandlungen über neue Tarifverträge. Die Gewerkschaft fordert insgesamt acht Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten - im Einzelnen 3,8 Prozent mehr Lohn, eine Erhöhung der Zulagen um acht Prozent, die Einführung einer weiteren Lohngruppe sowie höhere Vergütungen für Ausbilder und Prüfer. Dazu kommt etwa die Forderung nach einer Fahrtkostenentschädigung und einer Erhöhung des Mietkostenzuschusses.

"Die vergangenen Jahre waren geprägt von Inflation, explodierenden Lebenshaltungskosten und einem realen Kaufkraftverlust", betonte Reiß. Reallohnzuwächse bei früheren Tarifabschlüssen seien so "vollständig aufgezehrt" worden. Gleichzeitig wachse die Verantwortung der Beschäftigten stetig. Die Bahn soll mehr leisten für Mobilität, Klima und Versorgungssicherheit. Das funktioniere nur "mit motivierten, qualifizierten Fachkräfte, die fair entlohnt werden".

Es ist die erste Tarifrunde mit der DB mit Reiß als Verhandlungsführer; er ist der Nachfolger von Claus Weselsky. Die Gewerkschaft hoffe in den Gesprächen auch auf den neuen Wind, der unter der neuen DB-Chefin Evelyn Palla "scheinbar Einzug erhalten hat", erklärte Reiß. Der Ansatz der Gewerkschaft sei klar: "Kooperativ, wenn möglich - konfrontativ, wenn nötig."

GDL und DB hatten bereits im Vorfeld der Tarifverhandlungen eine zweimonatige Verhandlungsphase mit Friedenspflicht vereinbart - Streiks sind also bis Ende Februar ausgeschlossen. Insgesamt 14 Verhandlungstermine sind bis dahin bereits fest vereinbart. Sollte es bis Ende Februar kein Ergebnis geben, ist zudem angedacht, eine Schlichtung anzurufen. Dies Verfahren dauert erfahrungsgemäß einige Wochen. 

Weitere Meldungen

Lkw-Maut-Fahrleistungsindex im Dezember deutlich gestiegen

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Fahrleistung mautpflichtiger Lastkraftwagen mit mindestens vier Achsen auf Bundesautobahnen ist im Dezember 2025 gegenüber November 2025

Mehr
Dienstleister machen im Oktober weniger Umsatz

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Der Dienstleistungssektor in Deutschland (ohne Finanz- und Versicherungsdienstleistungen) hat im Oktober 2025 nach vorläufigen Ergebnissen

Mehr
Exporte rückläufig

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Im November 2025 sind die deutschen Exporte gegenüber Oktober 2025 kalender- und saisonbereinigt um 2,5 Prozent gesunken und die Importe um

Mehr

Top Meldungen

CDU-Politiker Brinkhaus fordert mehr Führung von Merz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - In der Unionsfraktion wächst der Druck auf Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), rasch konkrete weitere Schritte zur Stärkung der deutschen

Mehr
Ruhestand der Inhaber: Jeder vierte Mittelständler erwägt Schließung

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Jedes vierte mittelständische Unternehmen erwägt, nach dem Ausscheiden der jetzigen Senior-Generation zu schließen. Das geht aus

Mehr
Datenanalyse: Senioren verlieren finanziell den Anschluss

Wiesbaden (dts Nachrichtenagentur) - Die Einkommensschere zwischen der älteren Generation und der Gesamtbevölkerung in Deutschland geht immer weiter auseinander, wobei

Mehr