In der Debatte um eine Einschränkung der Fischerei in der Nordsee im kommenden Jahr stellen sich die EU-Agrarminister auf lange Verhandlungen ein. Er erwarte am Freitag, womöglich aber erst am Samstag ein Ergebnis, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) zum Auftakt der Verhandlungen am Donnerstag in Brüssel. Es steht bereits fest, dass die erlaubten Fangmengen für die meisten Sorten sinken sollen.
Wissenschaftler warnen seit Jahren, dass Arten wie Hering und Kabeljau durch Überfischung und die Folgen des Klimawandels bedroht werden. Die EU, Großbritannien und Norwegen legen deshalb jährlich Obergrenzen für die Fischerei in der Nordsee fest. Die drei Seiten haben sich bereits darauf geeinigt, die meisten dieser Quoten für das kommende Jahr zu senken.
Der wichtigste Nordsee-Fisch ist der Hering. Die erlaubte Fangmenge soll im kommenden Jahr um ein Fünftel sinken. Auch die Fangmenge für Scholle, Seelachs und Schellfisch wird laut der Vereinbarung weiter eingeschränkt. Der Kabeljau gilt als besonders bedroht, auch hier sinkt die Fangmenge. Eine Ausnahme bildet der Wittling, der im kommenden Jahr wieder etwas mehr gefischt werden darf.
Die EU-Staaten verhandeln in Brüssel, wie sie die EU-Quote untereinander aufteilen. Außerdem kommen Obergrenzen für weitere Sorten wie die Makrele hinzu. In den Verhandlungen geht es zudem um die Fangquoten in anderen Teilen des Atlantiks, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer.
"Die aktuelle Situation für unsere Nordseefischer ist schwierig", sagte Landwirtschaftsminister Rainer in Brüssel. Es gelte, "die wirtschaftliche Stabilität und die Planungssicherheit für die Zukunft" der Betriebe zu sichern und zugleich für eine nachhaltige Fischerei zu sorgen.
Mehrere EU-Länder werfen Norwegen allerdings seit längerem vor, den Schutz der Fischbestände zu torpedieren und in der Nordsee zu viel zu fischen. Es gebe "fast schon aggressive Drittstaaten, die den wissenschaftlichen Empfehlungen nicht folgen wollen", sagte die französische Fischereiministerin Catherine Chabaud. Frankreich sei bereit, Sanktionen gegen Norwegen zu beantragen, drohte sie.
Zusätzlich zum Abkommen mit Norwegen und Großbritannien verhandelt die EU jedes Jahr auch ein bilaterales Abkommen mit beiden Nachbarn. Die Verhandlungen mit Norwegen sind wegen des Streits noch nicht abgeschlossen. Die Vereinbarung mit Großbritannien für 2026 steht, der Rat der 27 EU-Länder stimmte ihr am Mittwochabend zu. Es regelt unter anderem, wann und wo EU-Fischer in britischen Gewässern fischen dürfen, und umgekehrt.
Wirtschaft
Lange Verhandlungen über Nordsee-Fischereiquoten in Brüssel erwartet
- AFP - 11. Dezember 2025, 14:43 Uhr
In der Debatte um eine Einschränkung der Fischerei in der Nordsee im kommenden Jahr stellen sich die EU-Agrarminister auf lange Verhandlungen ein. Es steht aber bereits fest, dass die erlaubten Fangmengen für die meisten Sorten sinken sollen.
Weitere Meldungen
US-Präsident Donald Trump hat eindringlich vor einer möglichen Annullierung seiner Importzölle durch das Oberste Gericht der Vereinigten Staaten gewarnt. Trete dies ein, "sind
MehrEine Vertraute von US-Präsident Donald Trump, Dina Powell McCormick, wird neue Spitzenmanagerin beim Facebook-Mutterkonzern Meta. Unternehmenschef Mark Zuckerberg teilte am
MehrDie SPD will gegen steigende Lebensmittelpreise in Deutschland vorgehen. "Wir wollen mit einem klar gegliederten Maßnahmenpaket die Preise stabilisieren, mehr Transparenz
MehrTop Meldungen
Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Mehrere Wirtschaftsverbände haben mit Empörung und Unverständnis auf die SPD-Pläne zur Reform der Erbschaftsteuer reagiert. Der Verband der
MehrBerlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Arbeitgeberverband BDA hat die Bundesregierung dazu aufgefordert, sich auf den letzten Metern gegen die EU-Richtlinie zur Lohntransparenz
MehrUS-Präsident Donald Trump hat angesichts des gewaltsamen Vorgehens der iranischen Sicherheitskräfte gegen die Massenproteste in dem Land Strafzölle gegen alle Handelspartner
Mehr














