Wirtschaft

Süd-Bundesländer protestieren gegen EU-Elektroquote für Dienstwagen

  • dts - 2. September 2025, 19:26 Uhr
Bild vergrößern: Süd-Bundesländer protestieren gegen EU-Elektroquote für Dienstwagen
Autoproduktion (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Baden-Württemberg und Bayern treten Überlegungen der EU-Kommission entgegen, Flottenbetreibern künftig möglicherweise feste Quoten für Elektroautos vorzuschreiben. In einem Brief, über den die "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Mittwochsausgabe) berichtet, wenden sich Baden-Württembergs Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut (CDU) und Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) an Kommissionspräsident Ursula von der Leyen (CDU) und bezeichnen die Maßnahme als "wirtschaftspolitische Fehlsteuerung".

Sie "wäre realitätsfern, in ihrer Wirkung kontraproduktiv und für viele Flottenbetreiber schlichtweg nicht finanzierbar". Weiter heißt es, dass "eine Verschärfung für die deutschen Automobilhersteller eine erhebliche ökonomische Belastung bedeuten würde, die die Wettbewerbsfähigkeit gefährdet".

Hoffmeister-Kraut und Aiwanger reagieren darauf, dass von der Leyen Verkehrskommissar Apostolos Tzitzikostas im Dezember beauftragt hat, bis Ende 2025 ein Gesetz für "saubere Unternehmensflotten" vorzulegen. Im Moment laufen dazu die Konsultationen. Das Gesetz könnte möglicherweise Autovermietern, Leasingunternehmen und den Betreibern großer Dienstwagenflotten vorschreiben, wie hoch der Anteil von Elektroautos in ihrem Fahrzeugbestand künftig sein soll.

Für Bayern und Baden-Württemberg sind "angesichts des harten globalen Wettbewerbs weitere Verbote und Gebote vor allem in der aktuellen Lage nicht der richtige Weg, um den freien Fall der europäischen Automobilindustrie umzukehren und international wieder anschlussfähig zu machen", schreiben die Ministerin und der Minister und verweisen auf die Probleme der Autohersteller in Baden-Württemberg und Bayern. Wenn die Hersteller und Zulieferer, die Maschinenbau-Betriebe und Kfz-Gewerbe Stellen abbauen, seiden im Süden Deutschlands rund eine Million Arbeitnehmer direkt oder auch indirekt von der Krise der Automobilindustrie betroffen, heißt es in dem Schreiben.

Hoffmeister-Kraut und Aiwanger lehnen eine verpflichtende Elektrifizierung von Dienst- und Mietwagen ab. "Wir haben mit großer Überraschung vernommen, dass eine Gesetzesvorlage zu einer EU-weit geltenden CO2-Quote für Unternehmensflotten und Mietwagen, welche faktisch einer E-Auto-Quote von 100 Prozent ab 2030 gleichkommt, diskutiert wird", heißt es in dem Brief. "Eine solche pauschale Quotenregelung bei Battery Electric Vehicle (BEV)-Flotten würde einen massiven staatlichen Eingriff in den Markt darstellen."

Weitere Meldungen

Dobrindt will Kürzung von Bürgergeld-Regelsatz

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) regt eine Kürzung des Bürgergeld-Regelsatzes an. "Das Bürgergeld mit knapp 50 Milliarden Euro pro

Mehr
Linke fordert Einbeziehung aller Berufe in Rentenversicherung

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Kurz vor der geplanten Veröffentlichung des Berichts der Rentenkommission fordert der Linken-Bundestagsabgeordnete und Kandidat für den

Mehr
CDU-Wirtschaftsrat fordert Abschaffung von Grundrente

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Generalsekretär des Wirtschaftsrats der CDU, Wolfgang Steiger, hat die Abschaffung mehrerer rentenpolitischer Leistungen gefordert und eine

Mehr

Top Meldungen

Paritätischer fordert Ende von Beamten-Sonderrechten

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Angesichts der aktuellen Debatte um die Finanzierbarkeit des Sozialstaates fordert der Sozialexperte Joachim Rock ein Ende der Sonderstellung von

Mehr
Italo-Chef lehnt Verschiebung des Deutschland-Starts ab

Rom (dts Nachrichtenagentur) - Der italienische ICE-Konkurrent Italo lehnt es ab, seinen für 2028 geplanten Start in Deutschland um drei Jahre nach hinten zu verschieben. Das

Mehr
Russischer Ölkonzern Tatneft führt Obergrenzen beim Kraftstoffverkauf ein

Der russische Mineralölkonzern Tatneft hat an seinen Tankstellen Obergrenzen beim Verkauf von Kraftstoffen eingeführt. Autofahrerinnen und -fahrer dürfen aktuell nur "30 Liter

Mehr