Wirtschaft

DIHK-Report: Suche nach Unternehmensnachfolge so schwer wie noch nie

  • AFP - 6. Dezember 2023, 08:13 Uhr
Bild vergrößern: DIHK-Report: Suche nach Unternehmensnachfolge so schwer wie noch nie
VW-Produktionsstätte in Salzgitter
Bild: AFP

Unternehmerinnen und Unternehmer kurz vor dem Ruhestand finden immer schwerer eine geeignete Nachfolge. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) warnte vor einem Aus vieler Mittelständler.

Unternehmerinnen und Unternehmer kurz vor dem Ruhestand finden immer schwerer eine geeignete Nachfolge. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Mittwoch unter Berufung auf eine Auswertung der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) berichteten, kamen zuletzt auf 6792 Senior-Chefs und -Chefinnen nur noch 2017 Interessierte. Das sei ein historisches Tief seit Beginn der Statistik im Jahr 2007, zitierten die Zeitungen die DIHK.

Für den Report Unternehmensnachfolge wurden rund 24.000 Kontakte der Kammern aus dem vergangenen Jahr ausgewertet. In Ostdeutschland einschließlich Berlin ist die Lage demnach besonders angespannt. Dort kommen auf einen Interessenten fast vier Firmen, die auf Nachfolgesuche sind. In Westdeutschland kommen auf einen Interessenten rechnerisch 3,2 Firmen, im gesamten Land sind es 3,37 Unternehmen.

Die Folge des Fach- und Arbeitskräftemangels sei, dass gut ein Viertel der Unternehmerinnen und Unternehmer darüber nachdenke, einfach zu schließen. So könnte hochgerechnet auf alle über 60-jährigen Inhaberinnen und Inhaber in den kommenden fünf Jahren etwa eine Viertelmillion Unternehmen von solchen Schließungen betroffen sein, zitierten die Funke Zeitungen aus dem Report.

DIHK-Präsident Peter Adrian sprach von "einschneidenden Entwicklungen für den Standort Deutschland". So würden immer mehr Unternehmen, besonders kleine und mittlere, verschwinden und Lücken in Wirtschaft und Gesellschaft hinterlassen. 

Der Ökonom Marcel Fratzscher sagte den Zeitungen zu dieser Entwicklung, es sei an den Firmen selbst, ihren Betrieb so aufzustellen, dass dieser attraktiv genug sei, um das damit verbundene unternehmerische Risiko einzugehen. Er beschrieb zudem die Tendenz, dass sich schon "seit längerer Zeit" immer weniger junge Menschen selbstständig machen und die damit verbundenen Risiken eingehen wollten. "Zudem wollen immer mehr Selbstständige ihre eigenen Ideen verfolgen und nicht lediglich ein bestehendes Unternehmen übernehmen."

Weitere Meldungen

Sofortüberweisungen in Euro kosten ab 2025 nicht mehr extra

Banken dürfen für Sofortüberweisungen in Euro künftig keine Zusatzgebühren mehr verlangen. Die EU-Länder billigten dazu am Montag in Brüssel abschließend eine Verordnung.

Mehr
Erster für chinesische Autofirma BYD gebauter Frachter in Bremerhaven eingelaufen

In Bremerhaven ist am Montag ein riesiger Frachter der chinesischen Elektroautofirma BYD eingelaufen. Am Autoterminal des Unternehmens BLG sollen 3000 Autos entladen werden.

Mehr
WTO-Chefin ruft Teilnehmer von Ministerkonferenz zu Geschlossenheit auf

Die Chefin der Welthandelsorganisation (WTO), Ngozi Okonjo-Iweala, hat die Teilnehmer der diesjährigen Ministerkonferenz zu Geschlossenheit aufgerufen. "Wenn man sich umschaut,

Mehr

Top Meldungen

SPD-Fraktion kritisiert Habecks CCS-Gesetzentwurf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die SPD-Fraktion hat den Gesetzentwurf zur Speicherung von Kohlendioxid (CCS) von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kritisiert.

Mehr
Polnische Bauern setzen Blockade von Grenzübergang Slubice fort

Polnische Bauern haben ihre Blockade des Autobahngrenzübergangs Slubice nahe Frankfurt an der Oder am Montag fortgesetzt. Sie protestieren gegen Getreideimporte aus der Ukraine

Mehr
FDP will Unternehmen Entscheidung über CCS-Einsatz überlassen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die FDP hat die Eckpunkte einer CCS-Strategie zur Speicherung von CO2 begrüßt und will den Unternehmen die Entscheidung überlassen, ob sie CCS

Mehr