Politik

Bundesregierung rechnet nicht mehr mit Rezession in diesem Jahr

  • AFP - 25. Januar 2023, 12:25 Uhr
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Habeck in Berlin
Bild: AFP

Deutschlands Wirtschaft wird sich nach Einschätzung der Bundesregierung in diesem Jahr deutlich besser entwickeln als zunächst gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2023 um 0,2 Prozent wachsen, und nicht um 0,4 Prozent schrumpfen.

Deutschlands Wirtschaft wird sich nach Einschätzung der Bundesregierung in diesem Jahr deutlich besser entwickeln als zunächst gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt werde 2023 um 0,2 Prozent wachsen, und nicht wie zunächst befürchtet um 0,4 Prozent schrumpfen, wie aus dem am Mittwoch veröffentlichten Jahreswirtschaftsbericht hervorgeht. Damit rutscht die deutsche Wirtschaft 2023 nicht in die Rezession.

Die Inflation geht laut Einschätzung der Regierung in diesem Jahr zurück. Sie rechnet mit einer Teuerung von 6,0 Prozent. 2022 waren die Verbraucherpreise noch um 7,9 Prozent gestiegen. 

Die Unternehmen fassten wieder Vertrauen, heißt es im Jahreswirtschaftsbericht weiter: Die Stimmung habe sich spürbar verbessert, Unternehmen investierten in moderne Anlagen und Maschinen. Die Ausrüstungsinvestitionen sollen laut Projektion der Regierung um 3,3 Prozent steigen. 2022 hatte der Anstieg bei 2,5 Prozent gelegen. 

Mit Blick auf die wichtige Exportwirtschaft heißt es in dem Bericht, erwartet werde eine Erholung der Weltwirtschaft im Jahresverlauf. Die Exporte können demnach um 2,2 Prozent wachsen, die Importe um 1,6 Prozent. 

Der Arbeitsmarkt wird sich den Erwartungen gemäß auch weiterhin als "sehr stabil" erweisen. Die Regierung rechnet damit, dass sich der Beschäftigungsaufbau fortsetzt, und zwar um 160.000 Menschen. 2022 hatte die Erwerbstätigkeit mit 45,7 Millionen Menschen schon einen Höchststand erreicht. Die Arbeitslosenquote soll von 5,3 Prozent 2022 nur leicht auf 5,4 Prozent 2023 steigen. 

Der Jahreswirtschaftsbericht trägt den Titel "Wohlstand erneuern". Darin heißt es, Deutschland habe sich "in der Krise behauptet" und auch angesichts des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der damit verbundenen Energiekrise "Stärke bewiesen". 2022 war die deutsche Wirtschaft um 1,9 Prozent gewachsen.  

"Insbesondere konsequentes staatliches Handeln hat die Krise beherrschbar gemacht", heißt es in dem Bericht weiter. Zudem habe sich die deutsche Wirtschaft anpassungs- und widerstandsfähig gezeigt. Auch die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten durch große Energieeinsparungen ihren Beitrag geleistet, damit Deutschland gut durch den Winter kommt.

In diesem Jahr steht zur Sicherung der Energieversorgung der Ausbau der Erneuerbaren Energien im Mittelpunkt, wie es weiter heißt. Der Staat werde zudem "gezielt" in den Aufbau einer grünen Wirtschaft investieren. 

Industrie und Mittelstand will die Regierung etwa durch verbesserte steuerliche Abschreibungsregelungen zu Investitionen anreizen. Unnötige Bürokratie soll abgebaut werden. "Wesentlicher Faktor" für den Standort Deutschland sei zudem die Fachkräftesicherung. Hier wolle die Regierung den Zuzug aus dem Ausland stärken und "inländische Potenziale heben".  

Das Kabinett beschloss den Jahreswirtschaftsbericht am Mittwoch. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) will ihn am Nachmittag (14.15 Uhr) vorstellen. 

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