Brennpunkte

Strafverfahren gegen weiße Frau in New York nach Notruf in Streit mit Schwarzem

  • AFP - 6. Juli 2020, 22:27 Uhr
Bild vergrößern: Strafverfahren gegen weiße Frau in New York nach Notruf in Streit mit Schwarzem
New Yorker Central Park
Bild: AFP

Die New Yorker Justiz hat ein Strafverfahren gegen eine weiße Frau eingeleitet, die mit einem Notruf mit falschen Anschuldigungen gegen einen Schwarzen für Empörung gesorgt hatte. Amy Cooper hatte fälschlicherweise behauptet, sie werde von dem Mann bedroht.

Die New Yorker Justiz hat ein Strafverfahren gegen eine weiße Frau eingeleitet, die mit einem Notruf mit falschen Anschuldigungen gegen einen Schwarzen für Empörung gesorgt hatte. Amy Cooper wurde für den 14. Oktober vor Gericht vorgeladen, wie Oberstaatsanwalt Cyrus Vance am Montag mitteilte. Ihr werden Falschangaben gegenüber der Polizei zur Last gelegt. Das kann mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden.

Der Vorfall hatte sich Ende Mai im New Yorker Central Park zugetragen: Cooper war mit ihrem nicht angeleinten Hund unterwegs, als sie den Afroamerikaner Christian Cooper traf. Der nicht mit der Frau verwandte Vogelbeobachter forderte sie auf, den Hund an die Leine zu nehmen, wie es in dem Parkabschnitt vorgeschrieben ist. Es kam zu einem Streit, den der Mann mit seiner Handykamera aufzeichnete.

"Ich werde ihnen sagen, dass ein afroamerikanischer Mann mein Leben bedroht", sagte Cooper unmittelbar vor dem Anruf bei der Polizei - und machte ihre Drohung wahr: "Hier ist ein afroamerikanischer Mann, ich bin im Central Park, er filmt mich und bedroht mich und meinen Hund", sagte sie der Notrufzentrale. Obwohl der Afroamerikaner mehrere Meter von ihr entfernt stand und sich nicht bewegte, wiederholte sie die Anschuldigung mit dramatischer, sich überschlagender Stimme und rief "Bitte schicken Sie sofort die Polizei!"

Der Vorfall sorgte für wütende Reaktionen. Nicht nur machte das Video deutlich, dass Cooper die Frau nicht bedrohte. Der explizite Verweis auf einen Afroamerikaner in dem Notruf war zudem ein Rückgriff auf das rassistische Stereotyp, wonach Schwarze weiße Frauen angreifen.

Das Video wurde just an dem Tag hochgeladen, an dem in Minneapolis der Afroamerikaner George Floyd durch einen weißen Polizisten getötet wurde. Beide Vorfälle wurden zu Symbolen für alltäglichen Rassismus in den USA und Polizeigewalt gegen Schwarze.

Amy Cooper verlor in der Folge ihren Job beim Investmentunternehmen Franklin Templeton. Sie hat sich für ihr Verhalten entschuldigt. Das Video von dem Vorfall wurde bereits mehr als 40 Millionen Mal angeschaut.

Weitere Meldungen

Vier Menschen bei Badeunfällen in Niederlanden ertrunken

Bei Badeunfällen vor der niederländischen Meeresküste sind am Sonntag mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Nach Angaben des öffentlichen Fernsehsenders NOS ertranken zwei

Mehr
Druck auf Regierung im Libanon nach Katastrophe von Beirut wächst

Nach der Explosionskatastrophe in Beirut gerät die libanesische Regierung zunehmend unter Druck. Am Sonntag traten zwei Minister als Konsequenz aus der Katastrophe zurück, für die

Mehr
Geberländer sagen 250 Millionen Euro Hilfen für den Libanon zu

Nach der Explosionskatastrophe in Beirut haben die Teilnehmer einer internationalen Geberkonferenz dem Libanon insgesamt gut 250 Millionen Euro Soforthilfen zugesagt. Das teilte

Mehr

Top Meldungen

Staatshilfe rettet vorerst viele Betriebe

Mannheim - Die staatliche Corona-Hilfe rettet vorerst viele Unternehmen. 44 Prozent der Betriebe, die eine staatliche Maßnahme beantragten, würden die Krise nach eigenen Angaben

Mehr
Religionssoziologe begrüßt EKD-Debatte über Kirchensteuer-Rabatt

Münster - Der Münsteraner Religionssoziologe Detlef Pollack hält die Debatte in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) über einen Kirchensteuer-Rabatt für junge Mitglieder

Mehr
Zahl der gewerblichen Minijobs steigt wieder

Berlin - Nach dem massiven Rückgang von geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen in den ersten Monaten der Coronakrise zeichnet sich eine Trendwende ab. Bis Ende Juni stieg die

Mehr