Wirtschaft

Dieselpreis steigt auf Allzeithoch

  • AFP - 18. Oktober 2021, 14:23 Uhr
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Zapfsäule an einer Tankstelle
Bild: AFP

Diesel kostet so viel wie nie - und auch der Benzinpreis kratzt am Allzeithoch. Autofahrer mussten am Sonntag im bundesweiten Durchschnitt 1,555 Euro pro Liter Diesel zahlen. Für Benzin wurden demnach im Durchschnitt 1,667 Euro fällig.

Diesel kostet so viel wie nie - und auch der Benzinpreis kratzt am Allzeithoch. Autofahrer mussten am Sonntag im bundesweiten Durchschnitt 1,555 Euro pro Liter Diesel zahlen und damit mehr als je zuvor, wie der ADAC am Montag mitteilte. Für Benzin der Sorte Super E10 wurden demnach im Durchschnitt 1,667 Euro pro Liter fällig. Das sind nur wenige Zehntelcent vom Allzeithoch entfernt. 

Das bisherige Allzeithoch erreichte der Dieselpreis laut ADAC am 26. August 2012 mit 1,554 Euro. Wenig später, am 13. September 2012, wurde der bislang höchste Stand beim Benzinpreis registriert, er lag bei 1,709 Euro. 

Für die Entwicklung der Kraftstoffpreise sind der Rohölpreis und der Wechselkurs von Dollar und Euro ausschlaggebend. Der Rohölpreis ist derzeit zwar niedriger als 2012; ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent kostet derzeit rund 83 US-Dollar (knapp 72 Euro). Der Dollar ist jedoch deutlich stärker als vor neun Jahren. Das verteuert Ölimporte nach Europa. 

Eine Rolle spielt außerdem die zu Jahresbeginn eingeführte CO2-Abgabe, die sich nach ADAC-Angaben in diesem Jahr beim Tanken mit rund sieben bis acht Cent pro Liter auswirkt. Beim Diesel sorgt zusätzlich die im Herbst steigende Nachfrage nach Heizöl für eine Verteuerung an den Zapfsäulen.

Eine Sprecherin des Bundesverkehrsministeriums sagte am Montag, Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) beobachte die derzeit deutlich steigenden Spritpreise mit großer Sorge. Deshalb habe Scheuer sich auch per Brief an Finanzminister Olaf Scholz (SPD) mit der Bitte gewandt, dass "kurzfristig wirksame Maßnahmen" vorbereitet werden müssten, um Bürger, Unternehmen und Handwerksbetriebe zu entlasten. Deutschland müsse Maßnahmen vorbereiten, dass bei einem Anstieg über die Zwei-Euro-Marke schnell gehandelt werden könne.

Der ADAC hatte am Sonntag mit Blick auf die sich anbahnenden Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP angemahnt, dass die Bevölkerung bei der Mobilität künftig nicht überfordert werden dürfe. Für viele Verbraucher fehlten noch Alternativen zum Pkw beziehungsweise zu fossilen Antriebsenergien, mit denen die Menschen emissionsarm unterwegs sein können. Der Automobilclub sprach sich deshalb unter anderem gegen einen schnelleren Anstieg des CO2-Preises aus.

Beim Tanken profitieren können Verbraucherinnen und Verbraucher  häufig von Preisschwankungen innerhalb eines Tages. Das Leibnitz-Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) wies am Montag allerdings darauf hin, dass es zunehmend schwierig wird, einen günstigen Zeitpunkt zum Tanken zu finden. Noch im Jahr 2015 gab es demnach lediglich einen Preiszyklus pro Tag - die durchschnittlichen Benzinpreise sanken von ihrem Höhepunkt am frühen Morgen bis zum frühen Abend, am späteren Abend stiegen sie wieder an. 

Inzwischen gibt es demnach eine "stärkere Preisdynamik im Tagesverlauf". Dennoch gelte weiterhin, "dass sich nach 18.00 Uhr am günstigsten tanken lässt", erklärte der Leiter des Kompetenzbereichs "Umwelt und Ressourcen" am RWI, Manuel Frondel.

Eine Reihe von Apps ermöglicht es Autofahrern, die aktuellen Spritpreise an Tankstellen in ihrer Nähe abzufragen. Ermöglicht wird dies durch die Daten der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe des Bundeskartellamts. Außerdem können Autofahrerinnen und Autofahrer auch durch ihre Fahrweise Sprit sparen.

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