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Ermittler sehen "ganz klar fremdenfeindliches Motiv" hinter Angriff auf Eritreer

  • AFP - 23. Juli 2019, 11:52 Uhr
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Ermittlungen am Auffindeort der Leiche des Täters
Bild: AFP

Hinter den Schüssen auf einen 26-jährigen Eritreer im südhessischen Wächtersbach steht nach Ansicht der Ermittler 'ganz klar ein fremdenfeindliches Motiv'. Allerdings gibt es demnach bislang keine Hinweise auf Kontakte in die rechte Szene.

Hinter den Schüssen auf einen 26-jährigen Eritreer im südhessischen Wächtersbach steht nach Ansicht der Ermittler "ganz klar ein fremdenfeindliches Motiv". Allerdings gebe es bislang keine "belastbaren Erkenntnisse darüber, dass Kontakte in die rechtsnationale oder rechtsextreme Szene bestanden", sagte Oberstaatsanwalt Alexander Badle am Dienstag in Frankfurt am Main. Dies werde aber weiter geprüft. Das Opfer sei mittlerweile außer Lebensgefahr.

Der mutmaßliche Täter, ein 55-jähriger Deutscher aus dem Main-Kinzig-Kreis, hatte am Montagmittag aus einem Auto heraus auf den Eritreer geschossen und diesen schwer verletzt. Durch eine Notoperation konnte der Zustand des Manns stabilisiert werden.

Nach der Tat floh der mutmaßliche Täter und erschoss sich selbst. Er wurde am Nachmittag leblos in einem Auto im benachbarten Biebergemünd gefunden. Er habe sich "mit einem gezielten Schuss in den Kopf" getötet, sagte Badle.

Nach bisherigen Erkenntnissen habe sich der 55-Jährige am Montag ins Auto gesetzt und sich sein Opfer willkürlich aufgrund der Hautfarbe ausgesucht. Dass es den 26-jährigen Eritreer traf, sei Zufall gewesen. "Es hätte jeden treffen können", sagte Badle.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand gebe es keine Hinweise auf Kontakte in die rechtsextreme Szene. "Wir werden das Umfeld des Schützen weiter beleuchten", sagte Badle. Es gebe Zeugen, die die Tat beobachtet und die Polizei gerufen hätten.

"Durch die schnelle Reaktion der Bürger konnte das Leben des Opfers gerettet werden", sagte Badle. Der Eritreer wurde demnach mit einem Kaliber von neun Millimetern getroffen und erlitt einen Bauchdurchschuss.

Laut Badle wurden bei der Durchsuchung des Wagens und der Wohnung des bis zur Tat nicht polizeibekannten Manns fünf Waffen gefunden, die er legal besessen haben soll. Eine sechste Waffe habe er kurz vor der Tat legal verkauft. Auch diese sei laut Badle durch eine "transparente Dokumentation des Verkaufs" bereits beschlagnahmt worden.

Warum der 55-Jährige die Waffen legal besaß, blieb unklar. Er sei kein Polizist gewesen. Zusätzlich sei ein Abschiedsbrief gefunden worden. Zum Inhalt machte Badle keine Angaben.

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