Gesundheit

Untersuchungen zur Früherkennung: Vor- und Nachteile abwägen

  • Mirko Stepan/mp - 16. Januar 2019, 16:40 Uhr
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mp Groß-Gerau - Vorsorgeuntersuchungen können bei nicht zutreffenden Diagnosen zum Gesundheitsrisiko werden. Getty Images / Monkeybusinessimages

Um Krankheiten im Anfangsstadium entdecken zu können, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ausgewählte Untersuchungen zur Früherkennung. Doch nicht alle Vorsorgemaßnahmen sind förderlich für die Gesundheit.


Um Krankheiten im Anfangsstadium entdecken zu können, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für ausgewählte Untersuchungen zur Früherkennung. "Welche davon individuell sinnvoll sind, sollte jeder Mensch gemeinsam mit seinem Arzt oder seiner Ärztin entscheiden. Denn unter Umständen können die Untersuchungen auch schaden", sagt Dr. Johannes Schenkel, ärztlicher Leiter der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD).

Für bestimmte Personengruppen kann es empfehlenswert sein, an einer Untersuchung zur Früherkennung teilzunehmen. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Person in einem Alter ist, in dem die Krankheit gehäuft auftritt. "Steht dann neben einem zuverlässigen Test auch eine wirksame Therapie zur Verfügung, mit der sich die Krankheit im Anfangsstadium besser behandeln lässt als im fortgeschrittenen Stadium, kann der Betroffene von einer frühen Diagnose profitieren", sagt Dr. Schenkel.

Allerdings können nicht alle Untersuchungen zur Früherkennung eine absolut sichere Diagnose liefern. So besteht die Gefahr, dass ein Test einen falsch negativen Befund liefert. "In diesem Fall erkennt der Test nicht, dass eine Erkrankung vorliegt. Dies kann dazu führen, dass eine frühe Behandlung unterbleibt." Zudem kann sich der Patient oder die Patientin durch den falsch negativen Befund in falscher Sicherheit wiegen. "Er oder sie ignoriert dann eventuell Symptome, die ihn oder sie sonst zum Arzt oder zur Ärztin geführt hätten."

Fällt ein Test falsch positiv aus, zeigt er eine Erkrankung an, obwohl der Patient oder die Patientin gesund ist. Dann sind weitere Untersuchungen nötig, um den Erstverdacht zu überprüfen. "Für die Betroffenen kann diese Prozedur sowie die Sorge um die eigene Gesundheit eine große psychische Belastung darstellen", sagt Dr. Schenkel.

Einige Untersuchungen zur Früherkennung bergen die Gefahr einer Überdiagnose. Darunter versteht man die Diagnose einer Krankheit, die zwar ohne Untersuchung nicht entdeckt worden wäre - andererseits aber auch keine Beschwerden ausgelöst und die Lebenserwartung des Patienten nicht vermindert hätte. "Eine unnötige Behandlung sowie das Wissen um die Erkrankung kann dann die Lebensqualität stark einschränken."

In vielen Fällen ist die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen sinnvoll - dennoch sollte jeder Mensch zuvor die Vor- und Nachteile anhand neutraler Informationen individuell gegeneinander abwägen. Informationsangebote und Entscheidungshilfen finden sich beispielweise auf www.gesundheitsinformation.de. Bei Fragen zum Thema berät zudem die Unabhängige Patientenberatung Deutschland kostenfrei unter 0800 011 77 22.

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