Politik

Amsterdam: Zehntausende bei Kundgebung gegen Vorgehen Israels im Gazastreifen

  • AFP - 8. November 2026, 19:58 Uhr
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Demonstranten in Amsterdam
Bild: AFP

Zehntausende haben in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam das gewaltsame Vorgehen Israels im Gazastreifen angeprangert. Die Demonstranten trugen rote Kleidungsstücke, einige hielten Schilder mit der Aufschrift 'Stoppt den Völkermord' hoch.

Zehntausende Menschen haben am Sonntag in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam das gewaltsame Vorgehen Israels im Gazastreifen angeprangert. Die Demonstranten trugen rote Kleidungsstücke, einige hielten Schilder mit der Aufschrift "Stoppt den Völkermord" hoch. Die Veranstalter gaben an, rund 200.000 Menschen hätten an der "Rote-Linie"-Kundgebung teilgenommen. Mit der Protestveranstaltung sollte die Regierung zu entschiedenen Schritten gegen Israel aufgefordert werden.

Israel dürfe keine Waffenlieferungen mehr erhalten, sagte ein 33-jähriger Protestteilnehmer aus den USA, der nach eigenen Angaben Jude ist und Verwandte in Israel hat. "Ich unterstütze Palästina, und ich bin gegen Völkermord", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Daher sei er zu der Kundgebung gekommen. Anders als Länder wie Frankreich haben die Niederlande einen Staat Palästina bislang nicht anerkannt.

Ein Großangriff der im Gazastreifen regierenden Hamas auf Israel am 7. Oktober 2023 hatte den Gaza-Krieg ausgelöst. Dabei wurden 1221 Menschen getötet und 251 weitere als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Israel reagierte mit einem massiven Militäreinsatz im Gazastreifen, bei dem weite Teile des Palästinensergebiets zerstört und nach Angaben des von der Hamas kontrollierten Gesundheitsministeriums bislang mehr als 74.500 Menschen getötet wurden. 

Trotz einer im Oktober vergangenen Jahres vereinbarten Waffenruhe greifen die islamistische Palästinenserorganisation Hamas und die israelische Armee einander im Gazastreifen weiterhin an. Seither wurden mehr als 1500 weitere Menschen im Gazastreifen getötet. Auch die Gewalt von Siedlern gegen Palästinenser im von Israel besetzten Westjordanland hat zuletzt zugenommen. 

Ministerpräsident Rob Jetten hatte 2025 an einer ähnlichen Demonstration wie der jetzigen teilgenommen, bevor er das Regierungsamt innehatte. Im Vorfeld der jüngsten Demonstration schloss er eine Teilnahme als "unangemessen" aus. 

Ende September hatte die niederländische Regierung Handelsbeschränkungen für Produkte aus israelischen Siedlungen verhängt. Israel entzog daraufhin niederländischen Diplomaten die Akkreditierung. 

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