Heeresinspekteur Christian Freuding wird Nachfolger von General Carsten Breuer als ranghöchster Bundeswehrsoldat. Freuding löst im Februar Generalinspekteur Breuer ab, der neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses wird, wie das Bundesverteidigungsministerium am Donnerstag in Berlin bekannt gab. Der 55-jährige Generalleutnant Freuding sei eine "kluge und überzeugende Führungspersönlichkeit", begründete Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) seine Entscheidung. Lob kam auch aus dem Bundestag.
Freuding bringe "alle Voraussetzungen" mit, um den deutschen Soldatinnen und Soldaten "ein Vorbild zu sein" und sie "in das neue Zeitalter zu führen, in dem wir uns besser schützen müssen als in den Jahrzehnten zuvor", erklärte Pistorius. Die Bundeswehr wachse stark auf und sie übernehme mehr Verantwortung innerhalb des Nato-Bündnisses. "Dafür braucht sie eine starke, kluge und überzeugende Führungspersönlichkeit an ihrer Spitze." Freuding bewahre auch in Zeiten großer Herausforderungen "einen kühlen Kopf", er stehe zudem "für Kameradschaft und die Werte unserer Bundeswehr".
Freuding ist gelernter Heeresaufklärer und studierter Politikwissenschaftler. In seiner bisherigen Laufbahn diente er unter anderem in Auslandseinsätzen in Bosnien und Herzegowina (SFOR-Mission) und in Afghanistan (ISAF).
2022 übernahm er nach dem Beginn des russischen Angriffskrieges die Leitung des Sonderstabs Ukraine im Verteidigungsministerium und damit die enge Abstimmung der deutschen militärischen Unterstützung. Von 2023 bis 2025 war er Leiter des neu geschaffenen Planungs- und Führungsstabes im Ministerium. Im Oktober 2025 ernannte ihn Pistorius zum Inspekteur des Heeres.
Pistorius wies darauf hin, dass Freuding bereits als Leiter des Ukraine-Sonderstabes "die rasanten technischen Entwicklungen" im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine analysiert und "Rückschlüsse für die Verteidigungsfähigkeit der Bundeswehr gezogen" habe. Als Heeresinspekteur habe er daraus dann in kürzester Zeit die richtigen Maßnahmen abgeleitet und umgesetzt - etwa mit der Aufstellung des ersten Drohnenregiments.
Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Thomas Röwekamp (CDU), begrüßte die Berufung Freudings. Der Heereschef sei ein "ausgezeichneter Offizier, der über große militärische Führungserfahrung und ein tiefes Verständnis für die sicherheitspolitischen Herausforderungen unserer Zeit" verfüge, sagte Röwekamp der "Rheinischen Post" (Freitagsausgabe). Er kenne die Bundeswehr und ihre Stärken, "aber auch ihre Defizite".
Als oberster Soldat stehe Freuding vor einer gewaltigen Aufgabe, betonte Röwekamp: "Er muss die Zeitenwende konsequent in die Truppe tragen und dafür sorgen, dass aus politischen Entscheidungen konkrete militärische Fähigkeiten werden." Dafür brauche er die volle Unterstützung der Politik "und den notwendigen Rückhalt, um die Bundeswehr konsequent auf Landes- und Bündnisverteidigung auszurichten".
Der derzeitige Generalinspekteur Breuer war im September zum Vorsitzenden des Nato-Militärausschusses gewählt worden. Der 61-Jährige tritt seinen Nato-Posten Mitte kommenden Jahres an. Er wird dann an der Spitze des obersten militärischen Gremiums der Nato und damit an der Schnittstelle von Politik und Militär tätig sein - als direkter militärischer Berater von Nato-Generalsekretär Mark Rutte.
Brennpunkte
Heeres-Chef Freuding wird neuer Generalinspekteur der Bundeswehr
- AFP - 5. November 2026, 15:58 Uhr
Heeresinpekteur Christian Freuding wird Nachfolger von General Carsten Breuer als ranghöchster Bundeswehrsoldat. Freuding löst im Februar Generalinspekteur Breuer ab, der neuer Vorsitzender des Nato-Militärausschusses wird.
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