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Westjordanland: Israelische Armee zieht Soldaten nach Großeinsatz in Hebron ab

  • AFP - 2. November 2026, 14:59 Uhr
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Palästinenserin vor zerstörter Wohnung
Bild: AFP

Nach einer umstrittenen Großoffensive im besetzten Westjordanland hat sich die israelische Armee aus der Stadt Hebron zurückgezogen. Die Soldaten seien 'nach Abschluss aller operativen Aktivitäten' abgezogen worden, teilte ein Armeevertreter mit.

Nach einer umstrittenen Großoffensive im besetzten Westjordanland hat sich die israelische Armee aus der Stadt Hebron zurückgezogen. Die Soldaten seien am Montagmorgen "nach Abschluss aller operativen Aktivitäten" abgezogen worden, teilte ein Armeevertreter mit. Bei dem rund zehntägigen Einsatz, der als Reaktion auf einen tödlichen Angriff auf israelische Soldaten nahe Hebron angeordnet worden war, seien "vier Waffen, mehrere schusssichere Westen und weitere militärische Ausrüstung" gefunden worden.

Andere "Antiterroreinsätze" in dem palästinensischen Gebiet würden fortgesetzt, sagte der Armeevertreter weiter. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP beobachteten, wie Bewohner nach dem Abzug des Militärs in ihre Häuser in Hebron zurückkehrten.

An den Hauseingängen hatten israelische Soldaten schwarze oder rote Kreuze aufgemalt, um zu markieren, dass ein Gebäude durchsucht worden war. In vielen Wohnungen herrschte nach den Durchsuchungen Verwüstung: Möbel waren umgestürzt, Matratzen waren umgedreht, auf dem Boden lagen verstreute Kleidung und Spielzeug.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte am 23. Oktober - wenige Tage vor der Parlamentswahl in Israel - einen groß angelegten Militäreinsatz im Westjordanland angeordnet. Zuvor hatten zwei Palästinenser bei einem Angriff nahe Hebron zwei israelische Soldaten getötet und mehrere weitere verletzt, bevor sie selbst erschossen wurden.

Bei dem folgenden Militäreinsatz wurden mehr als 3000 Palästinenser aus ihren Häusern in Hebron vertrieben, darunter 500 Familien mit vielen Kleinkindern. UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk warnte vor einer möglichen "ethnischen Säuberung".

Betroffen von dem Militäreinsatz war insbesondere der Stadtteil, aus dem die beiden Angreifer stammten. Die Wohnungen der Angreifer wurden durch Sprengungen zerstört, wie ein AFP-Reporter vor Ort berichtete.

Der Anwohner Muhannad al-Tamimi sagte AFP, rund 20 israelische Soldaten hätten zu Beginn des Militäreinsatzes die Tür zu seiner Wohnung aufgesprengt. "Sie haben mich angegriffen, eine Waffe auf den Kopf meiner Frau gerichtet, die Kinder verängstigt und meine Tochter getreten." Abgesehen von den durch die Soldaten angerichteten Schäden in seiner Wohnung seien mehrere tausend Dollar verschwunden.

Israel hält das Westjordanland seit dem Sechstagekrieg im Jahr 1967 besetzt. Dort leben etwa drei Millionen Palästinenser und mehr als 500.000 israelische Siedler, deren Siedlungen nach dem Völkerrecht illegal sind. Zuletzt hatten Siedlerangriffe auf palästinensische Olivenbauern die Spannungen im Westjordanland verschärft. Grundsätzlich hat die Gewalt im Westjordanland seit dem Hamas-Angriff auf Israel vom 7. Oktober 2023 deutlich zugenommen.

Jordaniens König Abdullah II. mahnte am Montag, die Palästinenser bräuchten eine Heimat. "Es kann in unserer Region weder Sicherheit noch Stabilität geben, wenn das Recht der Palästinenser auf ihre Heimat nicht respektiert wird", sagte der König vor dem jordanischen Parlament. "Israels expansionistische Ambitionen sind nach wie vor die größte Bedrohung für die Zukunft und Hoffnungen der Region." Das an Israel angrenzende Jordanien macht sich seit langer Zeit für eine Zweistaatenlösung im Nahost-Konflikt stark.

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