Brennpunkte

Polizei meldet über 100 verletzte Beamte bei Protesten in Frankfurt

  • dts - 1. November 2026, 14:00 Uhr
Bild vergrößern: Polizei meldet über 100 verletzte Beamte bei Protesten in Frankfurt
Polizei (Archiv), via dts Nachrichtenagentur

.

Frankfurt am Main (dts Nachrichtenagentur) - Bei den Ausschreitungen nach den "Gen Z"-Protesten in Frankfurt sind nach Polizeiangaben über 100 Beamte verletzt worden.

Während und nach der Versammlung am Samstag sei es in Frankfurt zu "erheblichen Gewaltausbrüchen und Angriffen" auf die Polizei gekommen, teilte das Landesinnenministerium am Sonntag mit. Der hessische Innenminister Roman Poseck (CDU) sprach von einem "enormen Gewaltpotential von Linksextremisten und gewaltorientierten jungen Menschen, größtenteils mit Migrationshintergrund", welches sich "entladen" habe. "Genau vor diesen Gefahren haben wir im Vorfeld gewarnt. Deshalb war die Polizei massiv im Einsatz, mit über 1.000 Kräften, mit Wasserwerfern, SEK, Hubschrauber und Tränengas."

Die Polizei sei über Stunden "sehr erheblich durch die Gewalttäter angegriffen worden", so Poseck weiter. "Über 100 verletzte Beamte sind ein schockierendes Ergebnis, darunter ein Beamter, der durch einen Steinwurf ins Gesicht getroffen wurde und dadurch Zähne verloren hat." Die Lage konnte demnach erst nach Mitternacht durch die Polizei unter Kontrolle gebracht werden.

Der Innenminister kündigte Konsequenzen an. "Dass, was wir gesehen haben, muss aus meiner Sicht eine Initialzündung für eine deutlich härtere Gangart gegen Kriminelle sein", sagte er. Am 20. November dürfe keine vergleichbare Versammlung in Frankfurt stattfinden. "Dabei ist zu berücksichtigen, dass die erste Eskalation von der Versammlung ausgegangen ist", so Poseck. Die Polizei werde bei etwaigen weiteren Versammlungen mit einem "noch stärkeren Aufgebot" im Einsatz sein und von Anfang an "robust vorgehen".

Man werde die Innenstädte nicht "dem gewalttätigen Mob überlassen" und alles dafür tun, dass sich die Ereignisse der letzten Nacht nicht wiederholen, kündigte der CDU-Politiker an. "Dazu gehört auch, dass wir die überwiegend migrantische Täterklientel klar benennen und gegen diese vorgehen. Hier darf es keine falschen Tabus geben." Auch die Bekämpfung des Linksextremismus werde man "weiter intensivieren".

Nach aktuellem Stand wurden im Zusammenhang mit den Ausschreitungen 366 Personen kontrolliert, 54 Personen festgenommen und 1.225 Platzverweise erteilt. Daneben wurden mit aktuellem Stand 17 Geschäfte beschädigt. Überwiegend konnte die Polizei Plünderungen offenbar verhindern.

Weitere Meldungen

Ausschreitungen nach "GenZ"-Protest in Köln: Mehr als 20 Polizisten verletzt

Bei Ausschreitungen nach der "GenZ"-Demonstration in Köln ist es nach Polizeiangaben unter anderem zu einem Angriff auf ein Geschäft sowie massiven Attacken auf Einsatzkräfte

Mehr
Unglück löste riesige Protestbewegung aus: Serbien gedenkt Unglücks von Novi Sad

Am zweiten Jahrestag des Unglücks, das in Serbien landesweite Proteste ausgelöst und vor einer Woche schließlich zur Abwahl der Regierung geführt hat, haben tausende Menschen

Mehr
Hessens Innenminister: Bis zu 1500 gewaltbereite Störer bei Krawallen in Frankfurt

Bei schweren Ausschreitungen nach Jugendprotesten in Frankfurt am Main sind Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) zufolge am Samstagabend 17 Geschäfte beschädigt und fünf

Mehr

Top Meldungen

Bund plant Milliardeninvestition in Wohnungsbaugesellschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Spitzen von SPD und Union verhandeln derzeit intensiv darüber, mindestens eine Milliarde Euro für die Gründung einer bundeseigenen

Mehr
Warnstreiks in Metall- und Elektroindustrie gestartet

München (dts Nachrichtenagentur) - In der Metall- und Elektroindustrie haben in der Nacht zu Sonntag die ersten Warnstreiks begonnen. Wie die IG Metall mitteilte, zogen seit

Mehr
Nach Ende der Friedenspflicht: IG Metall läutet Warnstreiks in Hildesheim ein

Mit einer Kundgebung von rund 300 Beschäftigten in Hildesheim hat die IG Metall in der Nacht zum Sonntag die Warnstreikphase in der Metall- und Elektroindustrie eingeläutet. Vor

Mehr