Politik

Berliner Politik erinnert an deutsch-türkisches Anwerbeabkommen vor 65 Jahren

  • AFP - 30. Oktober 2026, 19:10 Uhr
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Deutsche und türkische Flagge in Berlin
Bild: AFP

Mit einem Festakt im Roten Rathaus hat die Berliner Politik an die Unterzeichnung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens vor 65 Jahren erinnert. Damit werde die Lebensleistung der ersten Einwanderergeneration gewürdigt, hieß es.

Mit einem Festakt im Roten Rathaus hat die Berliner Politik am Freitag an die Unterzeichnung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens vor 65 Jahren erinnert. Damit werde die Lebensleistung der ersten Einwanderergeneration gewürdigt, die Berlin bis heute wirtschaftlich, gesellschaftlich und kulturell präge, teilten Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) und Integrationssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) gemeinsam vorab mit.

"Berlin ist die Stadt der Vielfalt, der Weltoffenheit und Internationalität", erklärte Wegner. Das zeigten auch die vielen türkischen Menschen, die seit Jahrzehnten in der Stadt lebten und deren Entwicklung mitgestalteten. "Diejenigen, die vor 65 Jahren aus der Türkei als Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter nach Deutschland kamen, haben das Deutschland von heute mit aufgebaut." 

Kiziltepe erklärte, das deutsch-türkische Anwerbeabkommen sei eng mit ihrer eigenen Familiengeschichte verbunden. "Mein Vater kam 1961 aus der Türkei nach Deutschland. Wie viele andere Menschen hat er hart gearbeitet, Entbehrungen auf sich genommen und seinen Kindern neue Wege eröffnet", erklärte sie. "Menschen wie mein Vater haben Berlin mit aufgebaut und unsere Stadt zu dem gemacht, was sie heute ist." 

Die Geschichte der Gastarbeiterinnen und Gastarbeiter aus vielen Ländern verdiene nicht nur Dankbarkeit, sondern einen festen und sichtbaren Platz in der Erinnerungskultur, betonte die Senatorin. Deshalb setze sie sich für ein Migrationsmuseum in Berlin ein. "Denn die Geschichte der Einwanderung ist die Geschichte Berlins."

Die Bundesregierung hatte am 30. Oktober 1961 mit der Türkei eine Vereinbarung zur Entsendung von Arbeitnehmern geschlossen. Grund war der hohe Bedarf an Arbeitskräften der stark wachsenden deutschen Wirtschaft. Bis zum Ende des Abkommens zwölf Jahre später kamen fast 900.000 türkische Arbeitnehmer nach Deutschland. Das Abkommen wird als Grundlage für die rund drei Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln gesehen, die heute in Deutschland dauerhaft leben.

Auf Bundesebene war bereits am Dienstag vergangener Woche mit einem Festakt in Berlin an den Jahrestag des Abkommens erinnert worden. Unter anderem nahm Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) teil. Er würdigte den Beitrag der türkischen Einwanderer. Sie hätten Deutschlands industrielle Substanz mit aufgebaut und dessen kulturelle Gesicht tiefgreifend mitgestaltet.

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