Drama um verirrten Bullenhai: In Südkorea haben die Behörden einen neuen Anlauf zur Rettung des zum Internet-Star avancierten Hais unternommen. Wie das Meeresministerium am Donnerstag mitteilte, kehrte das Tier mit dem Spitznamen Bukhangi nur wenige Stunden nach dem jüngsten Rettungsversuch in den Kanal der südöstlichen Hafenstadt Busan zurück, aus dem es zuvor hinausgeleitet worden war. Demnach wurde am Morgen ein neuer Versuch gestartet, Bukhangi ins Meer zu lotsen.
"Der Hai befindet sich nun zwischen dem äußeren Netz und einem inneren Netz, das 30 bis 40 Meter weiter im Kanalinneren installiert wurde", erklärte eine Vertreterin des Meeresministeriums gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Die Behörden hätten nun das äußere Netz angehoben, um Bukhangi den Weg aus dem Kanal zu ermöglichen.
Am späten Mittwoch hatten Einsatzkräfte den dreieinhalb Meter langen Hai mithilfe von zwischen schwimmenden Pontons gespannten Netzen aus dem nur etwa drei Meter tiefen Kanal schrittweise hinausgetrieben. Laut Meeresministerium sollte er durch Netze daran gehindert werden, wieder in den flachen Kanal zurückzukehren. Der Hai tauchte jedoch unter einem Netz hindurch und kehrte laut den Behörden über Nacht in den Kanal zurück.
Zunächst hatte der erneute Rettungsversuch für den Hai am Mittwoch Fortschritte gebracht: Bukhangi sei aus einem Kanal getrieben worden, teilte das Meeresministerium mit. Da der geschwächte Hai nun in tieferem Wasser schwimme, sei er weniger durch die sinkenden Wassertemperaturen gefährdet. Die Stadt übertrug den Rettungseinsatz live im Internet, zahlreiche Schaulustige waren vor Ort.
Die Behörden hatten davor bereits zwei Mal versucht, den Bullenhai zurück ins Meer zu bugsieren. Dabei nutzten sie Netze und gezielt eingesetzte Wasserfontänen.
Nach den beiden gescheiterten Versuchen hatten die Behörden eigentlich abwarten wollen, dass der Hai sich selbst seinen Weg zurück ins Meer sucht. Experten hatten sich laut Meeresministerium aber besorgt geäußert, weil der Hai nicht mehr gefressen habe und es ihm offenbar schwer gefallen sei, beim Schwimmen das Gleichgewicht zu halten.
Nach Angaben einer Ministeriumsvertreterin kam hinzu, dass angesichts des nahenden Winters die Wassertemperatur in dem Kanal sinkt. Für den eigentlich in tropischen und subtropischen Gewässern lebenden Bullenhai könnte dies gefährlich werden.
Der von seinen Fans auf den Namen Bukhangi getaufte Raubfisch war vergangenen Monat in dem künstlich angelegten Kanal in Busan gesichtet worden. In der Folge lockte er mehr als 1,6 Millionen Schaulustige an die Ufer des Kanals. Der örtlichen Wirtschaft bringt dies einen unerwarteten Boom.
Die Stadt Busan übertrug den neuen Rettungsversuch live im Internet. Am Kanalufer versammelten sich zahlreiche Menschen, um sich den Hai und die Rettungsbemühungen anzuschauen.
Der Bullenhai wird als Attraktion gefeiert. Busans Bürgermeister Chun Jae Soo dankte Bukhangi, er habe für seine Stadt Werbung gemacht, die sonst Unsummen gekostet hätte. Umweltorganisationen heben allerdings hervor, dass der Hai sich wohl wegen der Erwärmung der Meere verirrt habe. Sein Auftauchen in Busan sei vielmehr ein Zeichen der Klimakrise als ein lustiges Spektakel oder eine Konjunkturspritze.
Brennpunkte
Neuer Rettungsversuch für zum Internet-Star avancierten verirrten Bullenhai in Südkorea
- AFP - 22. Oktober 2026, 07:17 Uhr
In Südkorea haben die Behörden einen neuen Anlauf zur Rettung eines verirrten Bullenhais unternommen. Laut Meeresministerium kehrte das Tier namens Bukhangi wenige Stunden nach dem jüngsten Rettungsversuch zurück. Daher wurde ein neuer Versuch gestartet.
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