Politik

Brasilien: Lula und Bolsonaro überziehen sich in TV-Duell gegenseitig mit Vorwürfen

  • AFP - 19. Oktober 2026, 04:38 Uhr
Bild vergrößern: Brasilien: Lula und Bolsonaro überziehen sich in TV-Duell gegenseitig mit Vorwürfen
Flávio Bolsonaro (l.) und Lula
Bild: AFP

Eine Woche vor der entscheidenden zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien haben sich Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und sein Herausforderer Flávio Bolsonaro in einem TV-Duell gegenseitig mit Vorwürfen und Beleidigungen überzogen.

Eine Woche vor der entscheidenden zweiten Runde der Präsidentschaftswahl in Brasilien haben sich Amtsinhaber Luiz Inácio Lula da Silva und sein Herausforderer Flávio Bolsonaro in einem TV-Duell gegenseitig mit Vorwürfen und Beleidigungen überzogen. Lula entfernte sich am Sonntag demonstrativ kurzzeitig von Bolsonaro und erklärte, er wolle "Abstand zu einem Milizionär" halten. Damit spielte er auf angebliche Verbindungen des Abgeordneten zu kriminellen Banden an, die weite Teile der Armenviertel von Rio de Janeiro kontrollieren.

Der Sohn des früheren ultrarechten Präsidenten Jair Bolsonaro reagierte im TV-Duell des Fernsehsenders Band in São Paulo, indem er das auf seine Handinnenfläche geschriebene Wort "korrupt" zeigte. Damit bezog er sich offensichtlich auf eine frühere Gefängnisstrafe Lulas: Zwischen 2018 und 2019 saß dieser mehr als anderthalb Jahre lang wegen Korruptionsvorwürfen im Gefängnis. 

Lula seinerseits verlangte mehrfach Erklärungen zu Korruptionsermittlungen gegen Flávio Bolsonaro im Zusammenhang mit der Finanzierung eines Dokumentarfilms über seinen Vater Jair. Flávio Bolsonaro verweigerte eine Antwort, woraufhin Lula ihn als "Clown" bezeichnete.

Flávio Bolsonaro seinerseits erwähnte Korruptionsvorwürfe gegen einen "Lulinha" genannten Sohn Lulas. Lula wiederum erinnerte daran, dass Flávio Bolsonaros Vater Jair wegen eines Putschversuchs gegen Lula im Jahr 2022 zu 27 Jahren Haft verurteilt worden war. Jair Bolsonaro ist die Ausübung politischer Ämter bis 2030 untersagt.

Flávio Bolsonaro bezichtigte zudem Lulas Frau Rosangela da Silva der übermäßigen Ausgabe öffentlicher Gelder. "Unverbesserlicher Lügner, Halunke", wetterte daraufhin Lula. "Brasilien wird dich in den Ruhestand schicken", sagte Flávio Bolsonaro an den Amtsinhaber gerichtet. 

Der 45-jährige Flávio Bolsonaro war in der ersten Wahlrunde Anfang Oktober überraschend mit 47 Prozent der Stimmen auf dem ersten Platz gelandet. Der 80-jährige Lula erhielt 45 Prozent. Bolsonaro geht nun als Favorit in die Stichwahl vom 25. Oktober, zuletzt konnte Lula in Umfragen aber Boden gutmachen.

Weitere Meldungen

Kanadische Provinz Alberta entscheidet über Referendum zu Unabhängigkeit

Die Wähler von Alberta im Westen Kanadas entscheiden am Montag darüber, ob ein Referendum über die Unabhängigkeit der ölreichen Provinz abgehalten werden soll. Die nicht

Mehr
Berliner SPD und Grüne entscheiden über Aufnahme von Koalitionsverhandlungen

Nach der Einigung in den Sondierungsgesprächen über eine neue Berliner Landesregierung entscheiden Parteigremien von SPD und Grünen am Montag über die Aufnahme von

Mehr
Trump verteidigt Aussetzen von Sanktionen gegen Russland gegen Kritik

US-Präsident Donald Trump hat das Aussetzen von Sanktionen gegen Russland gegen Kritik auch aus den Reihen seiner Republikaner verteidigt. Er sei dabei, einen Frieden im

Mehr

Top Meldungen

KNDS: Enders pocht trotz Staatseinstieg auf Börsengang

München (dts Nachrichtenagentur) - Thomas Enders, Chef des Verwaltungsrates des Rüstungskonzerns KNDS, fordert trotz des geplanten Staateinstiegs den Börsengang des

Mehr
Frei pocht auf Abschaffung des Acht-Stunden-Tages

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, pocht auf die Abschaffung des Acht-Stunden-Tages. "Im Koalitionsvertrag haben wir

Mehr
Ostbeauftragte will "Schutzschild" für Zivilgesellschaft

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Die Ostbeauftragte der Bundesregierung, Elisabeth Kaiser (SPD), fordert ein "Schutzschild" für die ostdeutsche Zivilgesellschaft und will diese

Mehr