Brennpunkte

Messerangriff von Vorbestraftem mit Fußfessel: Mehrere Verletzte in Südkorea

  • AFP - 13. Oktober 2026, 14:08 Uhr
Bild vergrößern: Messerangriff von Vorbestraftem mit Fußfessel: Mehrere Verletzte in Südkorea
Versorgung von Verletzten nach Messerattacke in Incheon
Bild: AFP

Ein Mann, der wegen einer Gewalttat bereits eine elektronische Fußfessel trug, hat bei einem Messerangriff in einem Supermarkt in Südkorea acht Menschen verletzt, darunter eine Frau lebensgefährlich. Der Tatverdächtige war wegen eines Messerangriffs vorbestraft.

Ein Mann, der wegen einer Gewalttat bereits eine elektronische Fußfessel trug, hat bei einem Messerangriff in einem Supermarkt in Südkorea acht Menschen verletzt - darunter eine Frau lebensgefährlich. Bei dem Vorfall in der Küstenstadt Incheon habe die Frau in ihren Zwanzigern einen "Herzstillstand" erlitten, teilte die Feuerwehr mit. Zudem habe der Angreifer sieben weitere Menschen verletzt. Der vorbestrafte mutmaßliche Täter wurde festgenommen.

Örtlichen Medien zufolge war auf Bildern von Überwachungskameras der rennende Angreifer mit Waffen in beiden Händen zu sehen. Laut der südkoreanischen Nachrichtenagentur Newsis wurden später mehr als zehn Messer in seiner Tasche gefunden. Mitarbeiter und Kunden des Supermarkts überwältigten den Angreifer schließlich mithilfe von Stühlen und Aufstellern. Die Polizei nahm den Mann fest.

Der mutmaßliche Angreifer, ein Mann in seinen Fünfzigern, hat bereits eine vierjährige Haftstrafe wegen Mordversuchs verbüßt, wie Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AFP sagten. Er hatte 2015 mehrfach auf seine Frau eingestochen, als diese sich geweigert hatte, sich mit ihm zu versöhnen. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis wurde er verpflichtet, zehn Jahre lang eine elektronische Fußfessel zu tragen. Außerdem durfte er seine Wohnung nachts zwischen Mitternacht und 6.00 Uhr nicht verlassen.

Das südkoreanische Justizministerium bat um Entschuldigung dafür, dass der Mann dennoch erneut einen Messerangriff verübte. "Wir entschuldigen uns zutiefst für die große Sorge in der Öffentlichkeit wegen der heutigen Messerattacke in Incheon", erklärte das Ministerium. Die Umstände der Tat sowie "das gesamte Verfahren der elektronischen Überwachung" würden nun gründlich untersucht.

Laut dem Ministerium war der Mann wegen Alkohlabhängigkeit und psychischer Probleme in Behandlung. Kürzlich sei er wegen Waffenbesitzes festgenommen worden. Am Dienstag habe der Mann seinen Suchtberater getroffen und mit seinem Bewährungshelfer zu Mittag gegessen, bevor er die Messerattacke im Supermarkt verübt habe.

Südkorea gilt im Allgemeinen als sicheres Land - die Mordrate von 1,3 pro 100.000 Einwohnern lag im Jahr 2021 laut offiziellen Statistiken deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt. In den vergangenen Jahren kam es im Land jedoch zu einer Reihe von Messerangriffen: Im Mai 2025 stach ein Mann auf drei Polizisten ein, im September desselben Jahres wurden in einer Pizzeria in Seoul drei Menschen erstochen.

Weitere Meldungen

Schüsse an französischer Schule: Antiterror-Ermittler übernehmen

Einen Tag nach dem Schusswaffenangriff eines 14-jährigen Schülers mit zwei Verletzten hat in Frankreich die Antiterror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der

Mehr
Elf Vermisste nach erneutem Angriff auf Schiffe vor Bulgariens Küste

Nach neuen Angriffen auf zwei Handelsschiffe im Schwarzen Meer vor der bulgarischen Küste werden elf Besatzungsmitglieder vermisst. Eines der Schiffe sei gesunken, teilten die

Mehr
Festnahmen bei Razzia gegen Anbieter manipulierter Rufnummern für Betrugsanrufe

Ermittler sind in mehreren Bundesländern sowie in Serbien gegen mutmaßliche Betreiber eines illegalen Diensts vorgegangen, der Betrügern Anrufe mit gefälschten Rufnummern

Mehr

Top Meldungen

Arbeitsmarktforscher schlägt Abfindungen für Jobwechsel vor

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Nach Einschätzung des Arbeitsmarktforschers Enzo Weber sollte der Staat Abfindungen künftig nutzen, um Menschen in neue Jobs zu bringen, statt

Mehr
Dulger: Regierung muss Standort Deutschland reformieren

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sieht vor allem die Bundesregierung in der Verantwortung, den Wirtschaftsstandort Deutschland wieder

Mehr
CDA lehnt Kürzung des Arbeitslosengeldes ab

Berlin (dts Nachrichtenagentur) - Der Bundesvorsitzende der Christlich-Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Dennis Radtke, weist die Forderung der Arbeitgeber nach einer

Mehr