Einen Tag nach dem Schusswaffenangriff eines 14-jährigen Schülers mit zwei Verletzten hat in Frankreich die Antiterror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der Jugendliche stehe im Verdacht, einer Online-Bewegung anzugehören, die Massenmörder verherrlichte, erklärte sie. Die Staatsanwaltschaft ermittelt unter anderem wegen Mordversuchs im Zusammenhang mit einer terroristischen Vereinigung. Sowohl der 14-Jährige als auch seine Eltern befinden sich derzeit in Polizeigewahrsam.
Der Junge hatte am Montag eine Schrotflinte in einem Gitarrenkoffer in seine Schule geschmuggelt und dort das Feuer eröffnet. Er traf den Schulleiter am Bein und verletzte zudem eine Lehrerin. Beide Opfer schweben nicht in Lebensgefahr. Die Mittelschule war nach Angaben der Polizei nicht von den seit Mitte September anhaltenden Schüler-Protesten gewesen.
Nach Berichten von Mitschülern war der Junge zuletzt häufig wegen Disziplinarverstößen aufgefallen. Ein Mitschüler berichtete der Zeitung "Le Parisien", der 14-Jährige sei wütend auf den Schulleiter gewesen, weil dieser ein Verfahren eingeleitet hatte, das zum Schulausschluss hätte führen können. Andere Schüler erklärten, dass eine frühere Freundin des Jugendlichen gedroht habe, Nacktfotos von ihm zu verschicken.
Der Jugendliche sei zudem ein leidenschaftlicher Spieler des Videospiels "Call of Duty". Dies ist ein sogenannter Ego-Shooter, bei dem der Spieler aus der Perspektive der Spielfigur mit Schusswaffen auf Gegner zielt. Der Junge nutzte nach dem Bericht von "Le Parisien" bei der Tat die Jagdwaffe seines Vaters. Dieser sei ein ehemaliger Soldat und besitze zahlreiche Waffen, zum Teil auch illegal.
In den vergangenen Monaten hatte es an französischen Schulen mehrere gewaltsame Vorfälle gegeben. In einigen Schulen wurden deswegen Taschenkontrollen eingeführt. Im Februar hatte ein 14-Jähriger im Süden Frankreichs eine Kunstlehrerin niedergestochen, die 60-Jährige überlebte schwer verletzt. Im Juni vergangenen Jahres hatte ein 14 Jahre alter Schüler im Osten Frankreichs eine pädagogische Hilfskraft mit einem Messer getötet. In einem weiteren Fall verübte ein Schüler im April vergangenen Jahres in mehreren Klassenzimmern eine Messerattacke und verletzte dabei ein Mädchen und drei weitere Schüler.
Brennpunkte
Schüsse an französischer Schule: Antiterror-Ermittler übernehmen
- AFP - 13. Oktober 2026, 16:06 Uhr
Einen Tag nach einem Schusswaffenangriff eines 14 Jahre alten Schülers in Südfrankreich mit zwei Verletzten hat die Antiterror-Staatsanwaltschaft die Ermittlungen übernommen. Der Jugendliche stehe im Verdacht, einer Online-Bewegung anzugehören, die Massenmörder verherrlicht.
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