US-Präsident Donald Trump hat die Lieferung großer Mengen Diesel an die USA und den Weltmarkt durch Russland angekündigt. Trump erklärte am Freitag in seinem Onlinedienst Truth Social, dies habe er mit Kreml-Chef Wladimir Putin vereinbart, um die Preise zu senken. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj übte daran scharfe Kritik. Wegen der im Iran-Krieg massiv gestiegenen Dieselpreise steht Trump vor den Kongresswahlen am 3. November unter Druck.
Russland werde "sofort mehr als 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff" für die USA und den Weltmarkt liefern und weitere 500.000 Tonnen im November, schrieb Trump. Eine weitere Million Tonnen Diesel sollten unmittelbar danach folgen und zusätzliche drei Millionen Tonnen, wenn es die russische Raffineriekapazität erlaube, erklärte der US-Präsident weiter. Dies werde die Spritpreise in "Rekordausmaß" senken, betonte Trump.
Das US-Finanzministerium erklärte, es habe eine temporäre Genehmigung erteilt, damit russischer Diesel bis April 2027 auf die Weltmärkte gelangen kann. Vom Kreml hieß es: "Die russische Seite bekräftigte ihre Bereitschaft, Öl und Ölprodukte an den amerikanischen und den Weltmarkt zu liefern."
Gegen Russland sind Sanktionen verhängt, um die Finanzierung von Moskaus Krieg gegen die Ukraine zu erschweren. Der ukrainische Präsident Selenskyj warf Trump am Freitagabend vor, eine "unwürdige" und "schwache" Entscheidung getroffen zu haben, indem er Öl-Geschäfte mit Russland zur Linderung von Engpässen in den USA akzeptiert habe.
Selenskyjs Äußerungen erfolgten, als ukrainische Unterhändler am Freitag und Samstag im US-Bundesstaat Florida mit US-Gesandten zusammentreffen sollten. Zu den Gesprächen sind auch Vertreter aus Europa eingeladen.
In den vergangenen Wochen hatte Trump wiederholt ukrainische Angriffe auf russische Raffinerien kritisiert. Zu den verstärkten Angriffen der russischen Armee auf die Ukraine, bei denen immer wieder Zivilisten getötet werden, äußerte sich der US-Präsident hingegen nicht.
Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Dieselpreise in den USA um mehr als 65 Prozent gestiegen. Trump steht deswegen vor den Kongresswahlen stark unter Druck. Seine Republikanische Partei befürchtet, ihre Kongressmehrheit zu verlieren. Dies würde es Trump erschweren, seine Vorhaben umzusetzen.
Trumps Ankündigung der russischen Lieferungen hatte zunächst keine größeren Auswirkungen auf die Diesel-Preise. Dem Ölanalysten Gregory Brew von der Eurasia Group zufolge entsprechen die von Trump genannten 300.000 Tonnen 74.000 Barrel pro Tag. Der Inlandsverbrauch der USA belief sich nach Behördenangaben im vergangenen Jahr auf 2,94 Millionen Barrel pro Tag.
Die Ukraine und die Europäer haben Trump wiederholt vorgeworfen, die russischen Forderungen stärker zu berücksichtigen als die ukrainischen. Trumps Ankündigung nun dürfte die Besorgnis in Kiew und bei den europäischen Verbündeten bezüglich der Haltung Trumps gegenüber Putin weiter verstärken.
Brennpunkte
Trump: Mit Putin russische Diesel-Lieferung für USA und Weltmarkt vereinbart
- AFP - 10. Oktober 2026, 00:38 Uhr
Russland will nach Angaben von US-Präsident Donald Trump große Mengen Diesel an die USA und den Weltmarkt liefern. Trump erklärte in seinem Onlinedienst Truth Social, dies habe er mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin vereinbart, um die Preise zu senken.
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